Kolumbianer sollen Tageslohn für Kampf gegen Guerilla spenden

16. März 2002, 14:08
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Pastrana kündigt zusätzliche Finanzmittel für Armee an

Bogota - Die Kolumbianer sollen nach dem Willen der Regierung für den Kampf gegen Rebellen einen Tageslohn spenden: Verteidigungsminister und Vizepräsident Gustavo Bell sagte am Freitag in Bogota, das Land müsse seinen Militärhaushalt von derzeit zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf bis zu vier Prozent aufstocken. Ziel sei es, für den Kampf gegen linksgerichtete Guerillagruppen und rechtsgerichtete Paramilitärs jährlich zusätzlich 400 Millionen Dollar (452 Millionen Euro) zusammenzubekommen, betonte Finanzminister Juan Manuel Santos.

Die Arbeitnehmervertreter laufen nun gegen den Vorschlag Sturm: Gewerkschaftsführer Julio Roberto Gomez bezeichnete die Idee Santos', die Kolumbianer zur Kasse zu bitten, als "verrückt": Die Arbeiter würden wohl auf einen Tag Lohn verzichten; jedoch nur, um den Frieden zu unterstützen, nicht aber den Krieg.

Der kolumbianische Präsident Andres Pastrana kündigte am Freitag zusätzliche Finanzmittel für das Militär an. Die Armee werde mit sofortiger Wirkung umgerechnet 123 Millionen Euro zur Verstärkung im Kampf gegen bewaffnete Rebellen erhalten, sagte Pastrana in der nordkolumbianischen Stadt Santa Marta. Dafür würden keine neuen Steuern erhoben. Seit dem Abbruch der Friedensgespräche mit der größten Guerillagruppe des Landes, den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC), am 20. Februar flammt der seit 1964 andauernde Bürgerkrieg zwischen linker Guerilla, rechten Paramilitärs und der Armee wieder auf. In Konflikt wurden bisher mehr als 200.000 Menschen getötet. (APA)

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    Ein kolumbianischer Regierungssoldat hält Wache bei den Körpern dreier getöteter Guerilleros der ELN.

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