US-Taliban Walker fürchtete in Afghanistan um sein Leben

16. März 2002, 10:48
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Anwälte: Nach Terroranschlägen "desillusioniert"

Washington - Der US-Taliban-Kämpfer John Walker Lindh wollte nach eigenen Angaben nach den Anschlägen vom 11. September die Reihen der Taliban verlassen. Aus Angst um sein Leben sei er dann jedoch geblieben, heißt es in Gerichtsdokumenten, die seine Anwälte dem Bundesgericht in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia am Freitag vorlegten. Walker sei "offensichtlich desillusioniert" gewesen, als er von den Anschlägen in New York und Washington hörte. Diese Aussage sei in frühen Vernehmungsprotokollen der US-Ermittler enthalten, in späteren dann jedoch weggelassen worden, betonten die Anwälte.

Walker hatte sich in Afghanistan den fundamentalistischen Taliban angeschlossen. Er gelangte nach der blutig niedergeschlagenen Gefängnisrevolte bei Masar-i-Scharif in die Hände der US-Truppen und wurde wochenlang auf einem US-Kriegsschiff festgehalten, bevor er in die USA gebracht wurde. In Alexandria ist er unter anderem wegen Unterstützung terroristischer Organisationen und Verschwörung zur Ermordung von US-Staatsbürgern angeklagt. Ihm droht lebenslange Haft.(APA)

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    Polizeifoto von John Walker Lindh

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