Klestil zu Staatsbesuch in die VAE abgereist

16. März 2002, 10:24
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Mit Fischer, Scheibner, Leitl und Wirtschaftsdelegation

Wien - Bundespräsident Thomas Klestil ist am Samstag zu einem zweitägigen Staatsbesuch in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) abgereist. Er wird von seiner Frau Margot Klestil-Löffler, Nationalratspräsident Heinz Fischer (S), Verteidigungsminister Herbert Scheibner (F), sowie Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl und einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Aktuelle Fragen wie der Nahost-Konflikt, Afghanistan und die Bekämpfung des Terrorismus sowie vor allem die bilaterale wirtschaftliche Zusammenarbeit werden die Gespräche dominieren.

Am Samstag trifft Klestil mit dem stellvertretenden Premier der Emirate, Scheich Sultan Bin Zayed Al Nahayyan zu einem ersten Meinungsaustausch über politische Fragen und Themen der Wirtschaftskooperation zusammen. Am Sonntag wird er in Abu Dhabi mit dem Präsidenten der Föderation, Scheich Zayed Bin Sultan Al Nahayyan, sowie mit Kronprinz Scheich Khalifa Bin Zayed Al Nahayyan, politische Gespräche führen. Anschließend konferiert er in Dubai mit Kronprinz Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, der zugleich Verteidigungsminister der VAE ist.

Nahost-Konflikts im Zentrum der Gespräche

Im Zentrum des politischen Meinungsaustauschs mit führenden Politikern der Emirate Abu Dhabi und Dubai werden die Eskalation des Nahost-Konflikts und die Bemühungen um eine Friedenslösung stehen. Weitere Themen sind nach Auskunft der Präsidentschaftskanzlei die Entwicklung in Afghanistan und die Maßnahmen zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus. Die VAE unterstützen den saudiarabischen Nahost-Friedensplan, der auf dem Gipfel der Arabischen Liga in Beirut diskutiert werden wird und in eine gesamtarabische Position münden soll.

Die VAE entwickelten sich im Vorjahr zu Österreichs wichtigstem Nahost-Handelspartner. Die österreichischen Exporte in die VAE entwickelten sich 2001 "explosionsartig", wie die Wirtschaftskammer festhält. Sie stiegen im Zeitraum Jänner-November 2001 um 177,2 Prozent auf 301 Mio. Euro. Große Investititionsprojekte im Infrastruktursektor bergen gute Chancen für österreichische Firmen. Besondere Chancen biete Dubai Dubai als Zentrum der IT- und Multimediaindustrie. Durch die für die Staaten des Golfkooperationsrates (GCC) angepeilte Zollunion ab 2003 ist eine zusätzliche Perspektive in der ganzen Region zu erwarten.

Im vergangenen Jahr hatte Altbundespräsident Kurt Waldheim, früherer UNO-Generalsekretär, auf Einladung der Regierung der VAE in Abu Dhabi einen Vortrag über die Rolle der internationalen Organisationen auf der Suche nach einem Nahost-Frieden gehalten. Außenministerin Benita Ferrero-Waldner besuchte die VAE 1996 als Staatssekretärin, die Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner und Martin Bartenstein waren 1997 bzw. 2001 in den Emiraten.(APA)

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