Organizer werden vielseitiger

15. März 2002, 21:12
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Die neue Generation steht vor der Tür - Färbiger und multimedialer denn je zuvor

Das Angebot, noch vor kurzem auf wenige Hersteller und Typen beschränkt, ist auf der CeBIT ins Kraut geschossen: Dutzende Hersteller bedienen den florierenden Markt, der von mobiler E-Mail und Internet, Unternehmensaufgaben, Powerpoint-Präsentationen und Spielen bis zu satellitengestützter Routenplanung reicht. Zunehmend schließen PDAs - Personal Digital Assistants - die Lücke zum Handy.

Nächste Welle an Hardware rollt

Fujitsu Siemens und Hewlett-Packard liefern in den nächsten Wochen die neue Generation von Hybridgeräten, die hier vorgestellt wurden: Teils Organizer, teils Handy, können sie aktuelle Inhalte von Nachrichten bis Firmenpreislisten ohne zusätzliche Brücke auf den Bildschirm bringen. Handspring, Hersteller auf Basis des Palm-Betriebssystems (Palm OS), bietet für diese Aufgabe seine neue Treo-Serie, die demnächst auch in Österreich erhältlich ist. Andere Geräte wie der Compaq i-Paq, Sonys Clié oder der Palm können mithilfe von Einschubkarten oder in Verbindung mit dem Handy über Funk (Bluetooth) oder Infrarot gleichfalls diese Funktionen bieten.

Surfen

Nokias Communicator (das aufklappbare Organizer-Handy 9210i) erfuhr ein Update durch einen neuen Webbrowser, der mit Java und Streaming Video unterwegs das ermöglicht, was Internet auf dem PC zu Hause bieten kann, wenn auch auf einem kleineren, aber brillanten, Farbbildschirm.

Zulieferanten

Eine Unzahl von Drittherstellern erhöhen den Nutzen: Die finnische Firma Flander liefert eine kleine Box, die als Brücke zwischen Infrarotausgang und Projektor (oder Bildschirm) dient, um Powerpoint-Präsentationen vom Communicator aus zeigen zu können. Nokia selbst liefert in Kürze ein kleines GPS-Modul (Geografische Positionssatelliten), womit das 9210i zusammen mit Landkarten zum Routenplaner taugt.

Farbenreich

Praktisch alle PDAs sind nunmehr auch mit guten Farbbildschirmen erhältlich und verfügen über genügend Stromreserven, um damit sicher durch einen Arbeitstag zu kommen. Und dies, trotzdem Zusatzfunktionen wie Aufsteckkameras oder ständige Datenübertragung im Hintergrund an der Batterie zehren.

Palm

Palm hat seine Serie um zwei Modelle, ein Topmodell m515 und ein Einstiegsmodell m130, beide mit Farbdisplays, aufgestockt. Beide Geräte haben Erweiterungsmöglichkeiten, sowohl für zusätzlichen Speicher als auch für Funkverbindungen mittels Bluetooth oder Wireless LAN, womit der Palm Anschluss ans Handy oder ein Netz findet.

Sony gibt sich multimedial

Sony profiliert sich inzwischen sowohl durch sein herausragendes Design als auch durch die Erweiterung um Bild- und Musikfunktionen; der japanische Hersteller setzt offensichtlich darauf, mit seinen Clié genannten PDAs (auf Basis Palm OS) Anschluss an die Welt der Unterhaltungselektronik zu finden.

Integrierte Kamera

Erstmals in Europa vorgestellt wurde jetzt der Clié NR70V: ein Organizer mit eingebauter Kamera, aufklappbarem Display und einer Miniaturtastatur. Gedacht ist die Kamera nicht für ernsthafte Fotografie, sondern für schnelle Schnappschüsse oder auch Videoclips, die anschließend per Mail verschickt werden können. (Helmut Spudich / DER STANDARD Printausgabe, 16./17. März 2002)

Seit einigen Jahren sind sie die unentbehrlichen Begleiter digitaler Nomaden. Dank neuer Zusätze und leistungsfähigerer Prozessoren entfalten sie aber erst jetzt ihre wirkliche Bestimmung als "persönliche digitale Assistenten". STANDARD-Redakteur Helmut Spudich aus Hannover
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