Frankreich wirft Ruanda neue Militäroffensive im Kongo-Konflikt vor

15. März 2002, 19:46
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Kämpfe in Katanga - Friedensvereinbarung nicht eingehalten

New York - Ungeachtet bestehender Friedensvereinbarungen versucht die Armee Ruandas im Osten Kongos, Teile der strategisch wichtigen Provinz Katanga zu erobern. Mindestens 10.000 Soldaten Ruandas seien seit Tagen an einer neuen Offensive beteiligt, erklärte Frankreichs UN-Botschafter David Levitte am Freitag im Weltsicherheitsrat in New York.

Die heftigsten Kämpfe fänden um die von Regierungstruppen verteidigte Ortschaft Moliro statt. Levitte sprach von einer "ernsthaften Wiederaufnahme des Krieges", der im Sommer 1998 mit dem Einmarsch von Rebellarmeen aus Ruanda und Uganda begonnen hatte. Er forderte den Sicherheitsrat auf, in Kongo stationierte UN-Friedenstruppen zur Beobachtung und Einschätzung der Lage in das Kampfgebiet zu entsenden.

Erst am Donnerstag hatte der Sicherheitsrat die Konfliktgegner in Kongo nochmals zur Einstellung aller Kampfhandlungen aufgerufen. Zuvor hatten kongolesische Regierungsvertreter unter Hinweis auf die neuen Kämpfe Friedensgespräche mit Vertretern von Rebellenbewegungen und der politischen Opposition Kongos in Südafrika verlassen. Ein 1999 in Lusaka (Sambia) vereinbarter Waffenstillstand, dessen Einhaltung UN-Truppen in Kongo überwachen sollen, ist seitdem mehrfach gebrochen worden. Dabei handelte es sich jedoch meist um lokal begrenzte Scharmützel. (APA/dpa)

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