Verwaltung der Not und lange Prüftage

15. März 2002, 17:10
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Die Mühen der Publizistik Wien

Wien - Proseminare mit bis zu 200 Studierenden, eine Studienrichtungsvertretung (StRV), die eine Buchhandlung führen muss, um die Miete zahlen zu können, obwohl ihr laut Gesetz eigene Räume zustünden: Das Wiener Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft bemüht sich, so StRV-Vorsitzen- der Christoph Mössmer, aber mit vier Professoren und 13 Assistenten für 7800 Studierende sei dies schwierig. Um ein Studium in Mindestdauer zu ermöglichen, fehlt Geld für Lehraufträge im Ausmaß von 100 Wochenstunden. Auf ein Zeugnis muss man teils vier Monate warten (das Gesetz erlaubt ein Monat), der nächste Termin, um einen eventuellen Fünfer auszubessern, bei einem Fünfer ist dann bereits versäumt. Aber auch mündliche Prüfungen mit "schnellerem" Zeugnis bei denen das Zeugnis schneller lieferbar ist, haben Tücken. So gab es bei einer Einführungsvorlesung mündliche Prüfungen in Gruppen. Um die 1200 Studierenden prüfen zu können, dauerten die Prüfungstage von 10.00 bis 20.00 Uhr. Jene Studenten, die abends antraten, hatten es also mit einem Prüfer zu tun, der bis zu zehn Prüfungsstunden hinter sich hatte. Dass unter diesen Umständen Chancengleichheit gegeben ist, darf bezweifelt werden. (DER STANDARD, Print- Ausgabe, 16./17.3.2002)

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