Vorzugsschüler und Sorgenkinder

15. März 2002, 17:08
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Stärken und Schwächen der Grünen in den Bundesländern

Wien- Die Vorzeigebundesländer der Grünen sind derzeit Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Vorarlberg: beste Stimmung, gute Umfragewerte, gute Leute. Die absoluten Sorgenkinder sitzen in Kärnten, der Steiermark und in Tirol. Salzburg und das Burgenland liegen stimmungsmäßig dazwischen. In Wien sagen Umfragen den Grünen 15 Prozent und damit einen Platz vor der ÖVP voraus. In Oberösterreich, wo Rudi Anschober zu Werke ist, gibt es Werte um die elf Prozent, gegenüber dem letzten Wahlergebnis von 5,4 Prozent eine gewaltige Steigerung. In Niederösterreich liegen die Grünen derzeit bei etwa zehn Prozent und hätten damit die Freiheitlichen eingeholt. Der Einzug in die Landesregierung erscheint wahrscheinlich. Auch in Vorarlberg zeigen die Pfeile nach oben.

Kärnten war mit einem Wahlergebnis von drei Prozent ein Fiasko. Das Experiment einer gemeinsamen Liste mit Slowenen und Liberalen ist deutlich gescheitert. Hier ist schwere Aufbauarbeit gefragt, für die Eva Glawischnig zuständig ist. In Tirol ist den Grünen der Sitz in der Landesregierung wieder abhanden gekommen, die Partei kann derzeit von den Schwächen der Mitbewerber nicht profitieren. Auch die Steiermark liegt - mit Ausnahme von Graz - brach. Der Abgeordnete Werner Kogler soll die notwendige Hilfestellung geben.

Im Burgenland sind die Grünen immerhin in den Landtag eingezogen, in Salzburg gibt es starke Aktivitäten - allerdings nur in der Stadt. (DER STANDARD, Print- Ausgabe, 16./17.3.2002)

Michael Völker
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