Großbritannien will EU-Partnern in Irak-Frage nichts diktieren

15. März 2002, 16:56
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Briten würden sich mit 25.000 Mann an US-Offensive beteiligen

Barcelona - Die britische Regierung hat sich gegen Berichte gewehrt, sie wolle die EU-Partner in der Frage möglicher Angriffe auf den Irak auf ihre Seite bringen. "Wir versuchen den anderen nichts zu diktieren", sagte ein britischer Regierungssprecher beim EU-Gipfel in Barcelona am Freitag. Der britische Premierminister Tony Blair habe das Thema bei einem Treffen mit dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vor dem Gipfel angesprochen. Das Thema möglicher Angriffe auf den Irak würde wahrscheinlich auch beim Abendessen der 15 EU-Staats- und Regierungschefs diskutiert.

Blair ist der engste Verbündete der USA im Kampf gegen den Terrorismus. Die britische Sonntagszeitung "Observer" hatte berichtet, die USA planten einen Großangriff auf den Irak mit britischer Beteiligung. Die britische Regierung solle 25.000 Soldaten entsenden, die sich an einer Offensive mit insgesamt 250.000 Mann beteiligen sollten.

Den britischen Angaben zufolge sind sich die EU-Partner einig, dass die irakische Weigerung, UNO-Waffeninspektoren ins Land zu lassen, ein Problem ist. Es gebe aber unterschiedliche Auffassungen darüber, wie darauf reagiert werden solle. Deutschland werde einen Einsatz nur unterstützen, wenn er durch ein UNO-Mandat gedeckt sei, bestätigte Vize-Regierungssprecherin Charima Reinhardt am Freitag einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zu entsprechenden Äußerungen von Schröder. (APA)

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