Die lange Nacht, die keine mehr sein will

15. März 2002, 16:54
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Der Abschluss der Hörgänge nennt sich nun "musik-fest ... zeitgenossen"

Wien - "Die Lange Nacht der ..." avancierte in den letzten Jahren zum beliebten Titel-Beginn unterschiedlichster Kulturveranstaltungen. Kreiert haben will ihn die Internationale Gesellschaft für neue Musik (IGNM) vor 15 Jahren für ihre traditionelle "Lange Nacht der neuen Klänge", hieß es in einer IGNM-Aussendung. Die vielfältige "Nachahmung" sei für die IGNM Anlass zu einer Namensänderung: Die am Samstag (ab 15.15 Uhr) als Ausklang des Konzerthaus-Festivals "Hörgänge" veranstaltete 15. Ausgabe des Marathons neuer Musik nennt sich für die IGNM "musik-fest ... zeitgenossen ..., die Musik der letzten Jahre".

Im Konzerthaus hingegen löst diese Umbenennung des alljährlichen IGNM-Programm-Highlights und der IGNM-Hinweis darauf, dass "die Dramaturgen des Konzerthauses diese Änderung übersehen" hätten, jedoch "Erstaunen" aus: Bei der Namensänderung seitens der IGNM müsse sich um ein "Missverständnis der IGNM" handeln, so Dramaturg Thomas Schäfer. Für das Konzerthaus findet am Samstag die "XV. Lange Nacht der neuen Klänge" statt. Unstrittig (und in beiden Untertitelvariationen gleichermaßen erwähnt) ist, dass mit der morgigen Veranstaltung, die bis gegen ein Uhr früh dauert und alle Säle des Konzerthauses bespielt, 80 Jahre IGNM gefeiert werden.

Und so beginnt es

Das "endgültige, ausschließlich von der IGNM geplante und durchgeführte Programm" (wie die IGNM alle etwaigen Einwände entkräftend vermerkte), hebt im Großen Saal mit "Intrada - Musik aus einer anderen Welt" mit dem Orchester "Saggar seni Indonesia" an. Ab 16.30 Uhr werden die kleineren Säle gleichzeitig bespielt, im Schubert-Saal gibt es Kammermusik mit dem Kläring-Quartett, das unter anderem das IGNM-Auftragswerk "Bodyguards" von Bernd Gander und "Zwischenblick: Selbsthenker" von Wolfgang Rihm gibt.

Gleichzeitig lässt im Mozart-Saal der WebernKammerchor der Musikuni Wien Djahan Tuserkanis "Fasciophonie" erklingen, bevor die "Czech Virtuosi" unter Roland Freisitzer mit Alexander Wagendristel an der Flöte Rainer Bischofs Konzert für Flöte und Streichorchester als ihr erstes Konzert geben. Ihr zweites folgt um 20 Uhr im Großen Saal, wo sie mit Markus Holzer und Marten Landström unter anderem zwei IGNM-Auftragswerke von Wagendristel ("Typhon") und Johannes Kretz ("Passacaglia") zur Uraufführung bringen.

Kontakte

Im "Experimentalstudio" im Neuen Saal stellen um 16.30 Uhr Hannes Löschel, Stefan Nemeth und Martin Brandlmayr den "KonTakt" I her, dem um 19.30 Uhr "LuLL" I (mit Tanja Feichtmair, Uli Winter, Josef Novotny, Fredi Pröll) und um 21.45 Uhr "Kontakt" II folgen. Im Mozartsaal setzt um 18.30 Uhr das Tiroler Ensemble für neue Musik unter Hansjörg Sofka das Programm unter anderem mit drei Uraufführungen fort, es folgt um 22 Uhr das Ensemble "GAGGEGO" (Schweden) unter Gunno Palmquist mit Henrik Frendin (Viola) und Staffan Martensson (Klarinette), unter anderem mit der Uraufführung von Fredrik Söderbergs "Wrong Music II".

Das Programm im Großen Saal beendet Wolfgang Mitterer mit Improvisationen über ein Thema von Arnold Schönberg (ab 23.30 Uhr), zum Ausklang komt die lange Nacht des Musikfests der neuen Klänge im Mozartsaal mit Jazz ("E-Jam special project" und "LuLL" II). (APA)

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