Paduas Giotto-Fresken erstrahlen nach Renovierung wieder wie neu

16. März 2002, 10:00
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Wiedereröffnung durch ebenso strahlenden Staatschef Ciampi

Padua - Die Giotto-Fresken in Padua erstrahlen nach einjähriger Restaurierung wieder in all ihrer Pracht. Der italienische Staatschef Carlo Azeglio Ciampi wird kommenden Montag die berühmte Scrovegni-Kapelle wiedereröffnen, in der die 900 Quadratmeter umfassenden Wandmalereien Giottos (1266 bis 1337) von 40 internationalen Experten gereinigt wurden. Der 1,8 Millionen Euro teuren Restaurierung ging eine fast zwanzigjährige Vorbereitungszeit voraus.

Giotto malte den Zyklus von 38 Wandbildern zum Leben Jesu und der Jungfrau Maria, laut Kunstexperten die best erhaltene Fresken-Sammlung Giottos, zwischen 1303 und 1305. Die Malereien werden hinter einer schützenden Glaswand aufbewahrt. Die Werke in den Innenräumen der Kappelle erzählen vom "Leben der Mutter Gottes und von Christus", von "der Allegorie der Tugenden und der Laster", vom "Ewigen Vater", von der "Mutter Gottes mit dem Kind". Auch die "Evangelisten" und die "Kirchenväter" sind zu sehen. Im "Jüngsten Gericht" in der Apsis schaut Christus nun wieder mit durchdringendem Blick und gefurchter Stirn zur Erde herab. In diese Darstellung arbeitete Giotto di Bondone nicht nur sein eigenes Porträt ein, sondern auch jenes des Stifters der Kapelle, des Geschäftsmanns Enrico Scrovegni. Eingangs ist die Hochzeit von Kanaan nun wieder in leuchtenden Farben zu sehen.

Die Scrovegni-Kapelle befindet sich in der Innenstadt von Padua, in einem Park, in dem noch die Überreste einer römischen Arena zu erkennen sind. Sie wurde zu Ende des 13. Jahrhunderts von der norditalienischen Adelfamilie Scrovegni errichtet und 1305 eingeweiht und bietet wichtige Anhaltspunkt für die Datierung von Giottos Werken. Seine innovativen Freskenzyklen markieren den Beginn der Malerei der Neuzeit. (APA)

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