Sharons Popularität sinkt weiter

15. März 2002, 15:49
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Mehrheit für Palästinenser-Staat - Israelis lehnen Rückkehrrecht für Flüchtlinge jedoch großteils ab

Jerusalem - Die Popularität des israelischen Ministerpräsident Ariel Sharon ist weiter gesunken. Nur noch 35 Prozent der Israelis sind nach einer am Freitag in der Tageszeitung "Maariv" veröffentlichten Umfrage mit ihm zufrieden. In der Vorwoche waren dies noch 42 und Ende Jänner 62 Prozent. Selbst eine Mehrheit der rechten Wähler würde lieber den früheren Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu als Sharon wählen.

Ungeachtet der blutigen Gewalt unterstützen 63 Prozent der Befragten einen unabhängigen Palästinenser-Staat. Den Rückzug auf die Grenzen von 1967 befürworten 36 Prozent. Der saudiarabische Kronprinz Abdullah hatte Israel eine volle Normalistierung der Beziehungen zu den arabischen Ländern für einen Rückzug aus den im Sechs-Tage-Krieg besetzten arabischen Gebieten angeboten. Sechs von zehn Israelis sind auch bereit, im Rahmen einer Friedenslösung einige jüdische Siedlungen in den Palästinenser-Gebieten zu räumen.

Dagegen lehnen acht von zehn Befragten ein Rückkehrrecht für die 3,8 Millionen registrierten palästinensischen Flüchtlinge und Vertriebenen ab. Die Flüchtlingslage gehört neben dem künftigen politischen Status von Jerusalem und den Grenzen eines künftigen Palästinenser-Staates zu den schwierigsten Problemen bei den Friedensverhandlungen.

Es wurden 590 Personen befragt. Die Fehlerquote wurde mit 4,5 Prozent angegeben. (APA/dpa)

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    Ariel Sharon im Tief

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