Für Kanada war er wie Picasso

15. März 2002, 15:51
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Der Maler und Bildhauer Jean-Paul Riopelle ist tot

Toronto - Der kanadische Maler und Bildhauer Jean-Paul Riopelle, der als Mitbegründer der Bewegung der Automatisten auch international hoch geschätzt war, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Der Künstler, der in den letzten Jahren unter einer schweren Lungenkrankheit litt, starb bereits am Dienstag in seinem Haus in Le-Aux-Grues in der Provinz Quebec umgeben von Freunden, wie am Freitag bekannt wurde.

In Nachrufen wurde Riopelle als überragender Künstler gewürdigt, der in Kanada und der Welt unauslöschbare Spuren hinterlassen habe. Premierminister Jean Chretien verglich Riopelles Werk, das mehr als 6000 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen umfasst, von der Bedeutung her mit dem von Picasso und Samuel Beckett. "Sein Tod ist ein schwerer Verlust für ganz Kanada."

Werdegang

Riopelle hatte Quebec 1947 verlassen und war wenig später in Paris berühmt geworden, wo er nicht nur mit seiner Kunst, sondern auch durch einen ausschweifenden Lebensstil auf sich aufmerksam machte, zu dem zahlreiche Frauen und schnelle Autos gehörten. Zu seinen Freunden zählten neben Beckett der Bildhauer Alberto Giacometti und der Surrealist André Breton.

In Kanada erfuhr Riopelle erst in den 60er Jahren größere Anerkennung durch umfangreiche Ausstellungen. In Frankreich war er schon lange vorher zu den führenden Vertretern der tachistischen und informellen Malerei gerechnet worden. 1972 kehrte Riopelle in seine Heimat zurück. Die Weite Kanadas und dessen unberührte Natur sowie das Jagen und Fischen wurden für ihn zu einer neuen Leidenschaft und zu einer Quelle der Inspiration. (APA/dpa)

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