Türkei besteht auf schriftlichen Garantien für ISAF-Kommando

15. März 2002, 15:40
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Gespräche in Ankara mit Briten und Amerikanern gehen weiter

Ankara - Die Türkei besteht nach Medienberichten auf weitreichenden schriftlichen Zusagen, bevor sie möglicherweise das Kommando bei der internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF übernimmt. Bisher habe die türkische Seite diese Garantien aber noch nicht erhalten, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV am Freitag. Die Gespräche zwischen Militärvertretern der Türkei, der USA und Großbritanniens gingen voraussichtlich bis kommende Woche weiter.

Nach Einschätzung aus Militärkreisen stünden die Chancen für einen Erfolg der Verhandlungen Fünfzig zu Fünfzig, meldete NTV. Schon am Donnerstag hatten Vertreter der drei Staaten miteinander verhandelt, ohne ein Ergebnis erzielen zu können.

Gegenwärtig wird eine neue Führungsnation für die ISAF gesucht, weil Großbritannien diese Aufgabe bald abgeben will. Deutschland lehnt die Übernahme des Oberkommandos ab, während die Türkei grundsätzlich dazu bereit ist. Hierfür verlangt Ankara aber nach türkischen Zeitungsberichten neben finanziellen Hilfen auch, dass sich alle ISAF-Teilnehmerstaaten dazu verpflichten, geheimdienstliche Erkenntnisse der gesamten Truppe zur Verfügung zu stellen. Zudem sollen gefährliche Aufgaben gleichmäßig auf alle Teilnehmerstaaten verteilt werden. Wenn sich ein Teilnehmer-Staat dazu entschließe, seine Soldaten abzuziehen, müsse er dies zu allererst der Türkei mitteilen. (APA)

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