Kokoschka in New York

15. März 2002, 14:58
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Neue Galerie New York zeigt frühe Porträts von Wien und Berlin

New York - Nur fünf Monate nach der Eröffnung der Neuen Galerie New York wird nun die erste Sonderausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. In "Oskar Kokoschka: Frühe Porträts von Wien und Berlin, 1909-1914" werden dem New Yorker Publikum die bekannten Öl-Porträts des Künstlers zusammen mit seinen Zeichnungen und Arbeiten für die Wiener Werkstätte vorgestellt. Ab 5. Juli wird die Kokoschka-Ausstellung in den Hamburger Kunsthallen zu sehen sein.

Die Idee

Die Neue Galerie New York ist die Verwirklichung der Idee von Serge Sabarsky und Ronald S. Lauder, ein Museum für deutsche und österreichische Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus ihren eigenen Sammlungen zu bilden. Nach dem Tod von Sabarsky im Jahre 1996 führte Lauder das Projekt alleine zu Ende und so wurde die Ausstellungsstätte am 16. November letzten Jahres an der New Yorker "Museum Mile" eröffnet.

Seither strömen jedes Wochenende Hunderte von Besuchern in die zwei Ausstellungsstockwerke und in das Wiener Cafe Sabarsky im Erdgeschoss. Nicht selten, muss man auf seinen wohlverdienten Wiener Kaffee nach dem Kunstgenuss in einer langen Schlange vor dem Cafe warten. Die Neue Galerie hat mit ihrem Konzept sichtbar eine Nische in der New Yorker Kunstszene gefunden.

Der Mann

Die jetzige Kokoschka-Porträtausstellung schafft auch einen umfassenden Eindruck seiner Zeitgenossen und bringt dem Besucher die zwei wichtigsten Personen in Kokoschkas Leben näher: seine große Liebe Alma Mahler und sein Mentor und Freund Adolf Loos. Gast-Kurator Tobias Natter von der Österreichischen Galerie Belvedere hat den Porträts kleine Fotos beigestellt, die es dem Betrachter möglich machen, die Gemälde mit Originalfotografien oder Fotos von gemalten Porträts anderer Künstler zu vergleichen.

Das verdeutlicht, wie eigenwillig Kokoschkas Interpretation der Porträtierten oft war. Kein Wunder, dass Lotte Franzos, nachdem sie für den Künstler 1909 Model gesessen war, feststellte, es sei hart "die Wahrheit" in den Resultaten zu erkennen. Kokoschka Ziel war es jedoch, in seinen Porträts die Seele seines Modells festzuhalten, die sich seiner Meinung nach lebhaft im Gesicht widerspiegelt.

Das Beiwerk

Die Ausstellung wird von Vorlesungen, Filmen und Kammermusikkonzerten in den Räumlichkeiten begleitet, und ab 5. April wird es im Cafe Sabarsky Kabarettabende geben, die höchst prominent von Ute Lemper eröffnet werden. Im zweiten Stock des Museums sind weiterhin Werke aus der Sammlung zu sehen. (APA)

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