Deutscher droht in Singapur Todesstrafe wegen Drogenhandels

15. März 2002, 14:43
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Studentin soll einen Drogenring geführt haben

Singapur - Einer deutschen Studentin droht wegen Drogenhandels in Singapur die Todesstrafe. Die 23-Jährige soll angeblich zusammen mit einem 21-jährigen arbeitslosen Malaien einen Drogenring geführt haben, wie die Zeitung "Straits Times" am Freitag berichtete.

Studentin lebt seit mehreren Jahren in südostasiatischen Stadtstaat

Die Frau, die seit mehreren Jahren in dem südostasiatischen Stadtstaat lebe, werde inzwischen von Anwälten betreut, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. "Wir sind intensiv an der Sache dran." Vertreter der Botschaft hätten sie bereits im Gefängnis besucht. Die Studentin wurde Medienberichten zufolge am Freitag einem Richter vorgeführt.

Drogenlager im Wohnkomplex

Die beiden Festgenommenen hätten in einem Wohnkomplex ein "Drogenlager" unterhalten, meldete die "Straits Times" unter Berufung auf die Polizei. Die Studentin sei bereits am Mittwochabend verhaftet worden, nachdem die Polizei sie über fünf Stunden lang verfolgt hatte. Im Zusammenhang mit der Festnahme durchsuchten Beamte eine Eigentumswohnung. Dabei seien weitere sechs Frauen und vier Männer, darunter der angebliche Komplize, festgenommen worden. Auch ein Päckchen der Droge Ketamin sei gefunden worden. Die Behörden seien dem Rauschgiftring seit vorigem Monat auf der Spur gewesen, nachdem ihnen ein Hinweis zugegangen sei.

Auf Drogenhandel steht in Singapur die Todesstrafe. Angaben einer unabhängigen, örtlichen Forschungsgruppe zufolge wurde sie im Zusammenhang mit Rauschgiftdelikten in den vergangenen zehn Jahren mehr als 240 Mal auch vollstreckt.

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