Silver Server will sich verstärkt auf KMUs konzentrieren

15. März 2002, 14:49
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Wiener Internet-Provider bereits mit zwei Millionen Euro Umsatz

Der Wiener Internet-Provider Silver Server will in Zukunft verstärkt durch die KMU-Szene surfen. Waren die Kunden bis dato eher im Bereich Kultur, PR- und Marketing angesiedelt, will das Unternehmen nun auch die kleinen bis mittleren Wiener Gewerbebetriebe mit Komplettlösungen im Internet-Bereich bedienen. "Wir erwarten uns in diesem Segment für heuer die größten Zuwächse", so Silver-Server-Geschäftsführer Oskar Obereder (Bild rechts) im Gespräch mit pte. Die Basis dafür wurde mit der Inbetriebnahme eines 82,5 km langen Glasfasernetzes Anfang des Jahres gelegt. Speziell für Unternehmen im Großraum Wien wurden dafür die Dienste Silver:Man und Silver:Net konzipiert. Wirtschaftlich gesehen läuft die kleine Hightechschmiede bereits auf Hochtouren. Im Geschäftsjahr 2001 wurde ein Umsatz von zwei Millionen Euro eingefahren.

Umsätze

"Seit unserem Start als GmbH im Jahre 2000 haben wir noch nie Verluste geschrieben", so Obereder. Im ersten "wirklichen" Geschäftsjahr 2000 betrug der Umsatz bereits eine Million Euro. Der Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr belief sich auf ca. 72.670 Euro. "Im heurigen Jahr erwarten wir einen ähnlichen Wert. Zu Steigerungen wird es eher nicht kommen", ergänzte der zweite Geschäftsführer Jens Grumbach (Bild links). Er verwies darauf, dass Silver Server nie fremdfinanziert war und auch in Zukunft gerne selbstständig bleiben würde. "Wir brauchen keinen Investor, wir versuchen selbstständig zu bleiben."

Schnäppchenjagd

Der Erwerb des Glasfasernetzes war ein "Schnäppchen". "Wir konnten ein bereits bestehendes Glasfasernetz von einem US-Unternehmen, das sich gänzlich aus Europa zurückgezogen hat, für 15 Jahre leasen", so Obereder. Die Investitionen für das Netz betrugen inklusive des Leasingvertrages rund 730.000 Euro. "Im nächsten halben Jahr wird es aber zu keinen weiteren Investitionen kommen", meinte Grumbach. Die Erweiterung des Glasfasernetzes verlaufe nicht nach einem Masterplan, sondern nach den entstehenden Bedürfnissen.

Services

Neben seinen neuen Produkten Silver:Man (Metropolitan Area Network), einem für Unternehmen maßgeschneiderten Unternehmensnetzwerk, und Silver:Net, einem Internetzugang für Unternehmen mit Bedarf an hohen Übertragungskapazitäten, bietet Silver Server unter anderem Silver:ADSL, Silver:FW+VPN (Firewall und Virtual Private Network), Silver:Admin (Serverwartung und Betreung) oder mit Silver:Complete einen Hochgeschwindigkeits-Internetzugang via Standleitung an. "Unsere Produkte sind deshalb so kostengünstig, weil wir auf eine unkonventionelle Art der Entbündelung setzen", so Obereder. Die Entbündelung erfolgt nämlich nicht innerhalb sondern außerhalb eines Wählamtes, in dem sich in der Nähe großer Post-Wählämter ein Knotenpunkt mit eigener Leitung zum Wählamt befindet. Die Knoten sind stern- bzw. ringförmig vermascht und sind mittels Glasfaser direkt an den VIX (Vienna Internet Exchange) angebunden. "Für uns sind acht Quadratmeter für 600 Leitungen genug." Zu den Kunden zählen unter anderem die OeNB, Sony Österreich, Falter Verlags GmbH, TPA Consulting Group, TBWA, Coop Himmelblau, Flex, Rhiz, Künstlerhaus, Wuk oder die Wiener Festwochen.

Abenteuerland

Die Enstehungsgeschichte des Unternehmens mutet abenteuerlich an. "Wir bezeichnen uns als österreichische Internetpioniere, konnten aber erst nach der Telekom-Liberalisierung wirklich loslegen", meinte Obereder. "Die Telekom Austria hat durch ihre Monopolstellung den Internet-Rollout in Österreich mutwillig blockiert." Die erste Silver-Server-Standleitung (Silver:Lines) wurde bereits 1995 in Betrieb genommen. Damit wurde es möglich, erste eigene Server und einen Einwahlknoten zu betreiben. "Plötzlich hatten wir 30 bis 40 User und waren Provider", schildert Obereder die Entstehung. Silver Server habe in der Folge als eines der ersten Unternehmen in Europa mit xDSL zu arbeiten begonnen. Die TA wurde auf den regen Datenverkehr auf ihren Leitungen erst durch die hohe Nachfrage an Silver:Lines aufmerksam und habe daraufhin begonnen einen technischen und juristischen Kleinkrieg gegen das Unternehmen zu führen. (pte)

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