Vertrauen in große Marken schwindet

15. März 2002, 14:25
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Enron sorgt für schlechtes Image - "Vertrauen und Unternehmen – das ist ein Widerspruch in sich"

Das Vertrauen der Öffentlichkeit in Corporate Identities von großen Unternehmen nimmt immer mehr ab. Das berichtet der "Media Guardian" unter Berufung auf eine Umfrage einer "Top-Werbeagentur". Die Umfrage wurde in den USA und Europa mit dem Ziel durchgeführt, die Auswirkungen des 11. September auf die öffentliche Meinung zu erkunden. Heraus kam dabei ein zunehmendes Misstrauen der Menschen gegenüber Konzernen und Marken, das nicht nur auf die Terrorattacken zurückzuführen ist.

"Vertrauen und Unternehmen – das ist ein Widerspruch in sich."

In Europa konnten 15 Prozent der Befragten kein einziges Unternehmen nennen, dem sie vertrauen würden. 49 Prozent der weiblichen und 21 Prozent der männlichen US-Amerikaner sagen, keinem einzigen Konzern über den Weg zu trauen. Eine typische Antwort auf die Frage, welchen Brands Vertrauen entgegengebracht werde, ist in den USA: "Vertrauen und Unternehmen – das ist ein Widerspruch in sich." Ein wesentlicher Vertrauensverlust hat offensichtlich durch den Enron-Skandal stattgefunden. Auf die Vertrauensfrage antworten zahlreiche Europäer: "Ich bin nicht sicher, ob man nach Enron irgendeinem Konzern trauen kann."

Coca-Cola hoch im Kurs

Manche Konzerne haben die Glaubwürdigkeitskrise nach dem Enron-Skandal besser gemanagt als andere. In den USA kann anscheinend nichts das Vertrauen der Bevölkerung in Coca-Cola brechen. Auch in Europa steht Coke hoch im Kurs. General Electric hat in den USA wie auch in Europa ein gutes Image. Während Disney, McDonald´s und AT&T jenseits des Atlantik gut ankommen, vertrauen Europäer eher Nokia, Greenpeace, IBM, Apple und Danone. Überraschend für so manchen Verschwörungstheoretiker ist vermutlich, dass der Softwaregigant Microsoft sowohl in Amerika als auch in Europa relativ hohes Vertrauen in der Öffentlichkeit genießt. (pte)

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