Nachweis von Drogen am Steuer stellt Exekutive vor Schwierigkeiten

15. März 2002, 20:51
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Keine Testgeräte- keine Richtwerte

Salzburg - Der Nachweis von Drogen am Steuer stellt Österreichs Exekutive in der Praxis vor Schwierigkeiten. Notwendig wären vor allem technische Geräte, mit Hilfe derer der Verdacht einer Beieinträchtigung durch Suchtgift rasch und - wie beim Alkomaten - an Ort und Stelle festgestellt werden könne, waren sich Innenminister am Freitag, bei einem Pressegespräch in Salzburg einig.

Es mangle auch an rechtlichen Grundlagen wie festgesetzten Richtwerten oder einem Pool speziell ausgebildeter Ärzte, meinte Schausberger.

Unzumutbare Methode - Urinproben

Derzeit werde von speziell geschulten Beamten ein "Anfangsverdacht" festgestellt, in Folge müsse ein ärztliches Gutachten über die Fahrtauglichkeit des Lenkers angefertigt werden. Die in Deutschland angewendete Methode der Urinproben sei "nicht die hygienischste" und der Exekutive "fast nicht zumutbar", so der Salzburger Landeshauptmann weiters. "Dennoch dürften beeinträchtigte Drogenlenker nicht anders behandelt werden als Alkosünder, denn diese stellten eine "extreme Gefährdung" für andere Verkehrsteilnehmer dar. Und: Es dürfe keine Freigabe so genannter weicher Drogen geben, stellte Strasser klar.

Drängler, Betrunkene und Raser

Die häufigsten Unfallverursacher seien jedoch nach wie vor "Drängler, Betrunkene und Raser", betonte Strasser. Hinzu kämen übermüdete Lkw-Lenker und nicht angegurtete Fahrzeuginsassen, die die Statistik der Verkehrsunfälle mit Verletzungen oder Todesfolge in die Höhe treiben.

Von 66 Verkehrstoten auf Salzburgs Straßen im abgelaufenen Jahr waren sieben auf Grund von Trunkenheit am Steuer zu beklagen. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 10,5 Prozent - dem höchsten im Bundesländervergleich. Auch die Zahl der Verletzten durch Alkolenker sank in Salzburg um mehr als ein Fünftel auf 197.

Anzahl der Todesopfer insgesamt stieg jedoch um 11,9 Prozent an

Gestiegen sind in Salzburg auch die Fälle von Beeinträchtigung durch Suchtgift am Steuer, berichtete Friedrich Schmiedhuber, Leiter der Verkehrsabteilung der Salzburger Gendarmerie.

Die Beeinträchtigung nach dem Konsum von Drogen würden sich in Sichtfeldeinschränkungen, einer langsameren Reaktionszeit und - in einigen Fällen - auch durch Selbstüberschätzung äußern, so Schmiedhuber weiters. Drogen-Lenker hätten häufig das Gefühl "viel besser" fahren zu können und würden Gefahren falsch einschätzen. (APA)

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