Heftige Gewerkschaftskritik an Russell Crowe-Film

15. März 2002, 13:23
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Billigarbeit für "Master and Commander" verlangt?

Los Angeles - Wenige Tage vor der Oscar-Vergabe hat die einflussreiche US-Schauspielergewerkschaft SAG das neueste Filmprojekt des hoch favorisierten Superstars Russell Crowe heftig kritisiert. Die SAG wies ihre Mitglieder darauf hin, dass für den Monumentalfilm "Master and Commander" mit Crowe in der Hauptrolle Schauspieler für Billig-Gagen außerhalb geltender Rahmentarife unter Vertrag genommen werden sollen.

Der Film, ein Seefahrerdrama, werde zu weiten Teilen im mexikanischen Bundesstaat Baja California gedreht und die beteiligten Produzenten von Fox, Universal und Miramax versuchten, amerikanische Schauspieler in Kalifornien für Dumpinglöhne unter Vertrag zu nehmen, warnte am Donnerstag (Ortszeit) eine SAG-Sprecherin. Nach der Oscar-Verleihung am 24. März wolle man auch mit Crowe Kontakt aufnehmen, der für seine Darstellung eines schizophrenen Nobelpreisträgers als bester Schauspieler nominiert ist.

Appell

Man wolle ihn bitten, sich nicht an einem Filmprojekt zu beteiligen, bei dem die meisten anderen Schauspieler unter Tarif bezahlt würden, erklärte die SAG- Sprecherin. Die Gewerkschaft werde künftig ihre "globale Regel Nummer eins" konsequent durchsetzen. Sie droht Mitgliedern den Ausschluss an, wenn sie unter Tarif arbeiten. Bislang war dies zumindest bei amerikanischen Filmprojekten, die im Ausland realisiert wurden, noch stillschweigend übergangen worden. Ab 1. Mai wolle die SAG ihre Richtlinien jedoch bei allen 98 000 Mitgliedern ohne Ausnahme durchsetzen.

"Master and Commander" soll nach Angaben des Fachblattes "Variety" mit einem Budget von 135 Millionen Dollar vor allem in den Fox- Studios in Baja gedreht werden. Dort waren in einem eigens dafür gebauten riesigen Aquarium bereits die Untergangsszenen für "Titanic" gedreht worden. Crowe spielt in dem Film einen jungen Kapitän, der zum ersten Mal das Kommando über ein Kriegsschiff übernimmt. (APA/dpa)

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