Vorweltmeisterschaftlicher Zoff bei den deutschen Eisschnellläuferinnen

15. März 2002, 23:27
posten

Claudia Pechstein zu Anni Friesingers Intrigen-Beschuldigungen: "Anni muss Halluzinationen gehabt haben."

Heerenveen - Wenige Stunden vor dem Auftakt zur Eisschnelllauf-WM in Heerenveen ist der vielfach schon als "Zicken-Krieg" apostrophierte Clinch zwischen den beiden Deutschen Claudia Pechstein und Anni Friesinger aufs Neue eskaliert. Ohne Gruß gingen einander die beiden im Mekka des Eisschnelllauf-Sports aus dem Weg. Auslöser ist ein Friesinger-Interview in der Illustrierten "Max", in der die Inzellerin eine dauerhafte Feindschaft zu ihrer Berliner Rivalin bestätigte und unter Hinweis auf die "dünnen Wände" im Olympischen Dorf erklärte: "Frauen setzen Sticheleien und Hiebe gezielter. Gemeiner."

Claudia Pechstein reagierte am Freitag gelassen auf die Angriffe der Titelverteidigerin. "Anni muss Halluzinationen gehabt haben. Ich habe allein im Zimmer gewohnt und doch keine Selbstgespräche geführt." Zuvor hatte Friesinger bestätigt, dass sie ihre Aussagen gegenüber "Max" voller Überzeugung getan habe: "Ich lüge doch nicht. Ich stehe dazu. Bisher habe ich geschwiegen, aber jetzt mit etwas Abstand musste ich mich noch einmal dazu äußern, was bei Olympia vorgefallen ist", sagte die 25-jährige Bayerin in Heerenveen.

Pechstein, die seit ihren zwei Olympiasiegen in Salt Lake City völlig gelöst wirkt, kann den Anlass für die Äußerungen ihrer Rivalin nicht deuten. "In Inzell ist am vergangenen Wochenende nichts vorgefallen, außer, dass ich gewonnen habe. Wir haben uns auch nicht die Augen ausgekratzt." In Salt Lake City sei natürlich jede ihren Weg gegangen. "Natürlich wird sich mit ihr nicht eine Freundschaft entwickeln. Aber, dass sie mich hier in Heerenveen nicht einmal begrüßt hat, ist schon eigenartig. Aber das ist mir Wurst", meinte Pechstein, die in den neuesten Anwürfen eine Taktik von Anni Friesinger im Kampf um den WM-Titel vermutet: "Aber das ist doch albern, kindisch."(APA)

Share if you care.