Neuer Katheter zur Herzuntersuchung entwickelt

15. März 2002, 12:00
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Eingeführter Ballon kann mit Helium aufgeblasen werden

Stuttgart - Ein neuer multifunktionaler Katheter soll Herzuntersuchungen künftig schneller, einfacher und risikoärmer machen. Er besitzt zwei Arbeitskanäle und einen Ballon an seinem Ende, wie Diplomingenieur Armin Grab erklärt, der die Wirkung der Neuentwicklung jetzt gemeinsam mit der Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe TEG in Tierversuchen nachweisen konnte.

Den Ballon platzierten die Ärzte in der Hauptschlagader knapp oberhalb des Herzens. Dort könne er bis zur Größe einer Pflaume mit Helium aufgeblasen werden, wobei der Gasdruck vom EKG im Takt des Herzens eingestellt werde. Diese variable Barriere verschließe die Aorta nur dann, wenn die Herzklappe ebenfalls geschlossen sei, betont Grab. Nur in diesen Momenten fließe Kontrastmittel durch den zweiten Kanal des Katheters mit dem Blut in die sich erweiternden Herzkranzgefäße. Beide Koronararterien würden gleichzeitig im Röntgenbild sichtbar.

Derzeitige Methode

Derzeit ist die so genannte Koronar-Angiographie noch ein recht komplizierter Eingriff. Laut Grab muss zunächst über einen Schnitt in der Leiste des Patienten ein dünner Schlauch mit Führungsdraht durch die Körperschlagader bis zur Aortenklappe am Herzausgang geschoben werden. Von dort spritzt der Arzt Kontrastmittel in die linke Herzkammer, um Ausstülpungen am Herzmuskel im Röntgenbild sehen zu können. Dann zieht er den Katheter heraus und schiebt einen zweiten mit dünner Spitze am Draht entlang bis zur linken Herzkranzarterie.

In deren Eingang injiziert er ebenfalls Kontrastmittel. Für einige Sekunden sieht er das Blutgefäß und eventuelle Verengungen am Bildschirm. Mit einem weiteren Katheter verfährt er analog mit der rechten Herzkranzarterie. Die insgesamt drei Katheter, die derzeit noch gelegt und entfernt werden müssten, bedeuteten ein nicht unerhebliches Verletzungs- und Infektionsrisiko, betonte Grab. (APA/AP)

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TEG
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