Erhöhtes Risiko eines Herzanfalls durch Blutfettwerte-Senker

15. März 2002, 11:30
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Bei Herzpatienten wird vor Einnahmestopp von Statinen gewarnt

Dallas - Herzpatienten, die Medikamente zur Senkung von Blutfettwerten einnehmen, sollten diese auch bei einem Krankenhausaufenthalt nicht absetzen. Bei einem plötzlichen Einnahmestopp so genannter Statine hat eine Studie unter Leitung von Christian Hamm von der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim einen Rückschlageffekt ausgemacht, der das Risiko eines möglicherweise tödlichen Herzanfalls auf das Dreifache erhöht.

Beobachtet wurden Patienten, die wegen akuter Brustschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert worden waren; bei einem Absetzen der Cholesterin-Senker war schon nach 24 Stunden der Schutzmechanismus der Medikamente nicht mehr vorhanden.

Die Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Circulation", beobachtete 465 Patienten, die bei der Einweisung ins Krankenhaus Statine über einen Zeitraum von sechs Monaten eingenommen hatten. Bei 86 der Patienten wurden die Medikamente abgesetzt. Die Ärzte hätten möglicherweise angenommen, dass die Einnahme nicht länger nötig gewesen sei oder hätten die Statine schlicht vergessen, mutmaßte Hamm. Nicht Gegenstand der Untersuchung waren die Folgen eines Absetzens der Medikamente bei nicht-akuter Symptomatik. Statine können lebensgefährlichen Verengungen der Blutgefäße und somit auch Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen. (APA/AP)

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