Klage gegen Keith Haring-Ausstellung abgeschmettert

15. März 2002, 12:23
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Linzer Staatsanwaltschaft: "Verstoß gegen das Pornografiegesetz nicht erfüllt"

Linz - Die Linzer Staatsanwaltschaft hat nun die Anzeige gegen den oberösterreichischen Landesschulrat im Zusammenhang mit der Keith-Haring-Ausstellung zurückgelegt - eine Angelegenheit, in die sich auch FPÖ-Volksanwalt Stdler eingemischt hatte. Eingebracht wurde diese von dem Linzer Professor Oberstudienrat Horst Obereder, nach einem Erlass des Landesschulrates, in dem Lehrern empfohlen wird, mit ihren Schülern die Ausstellung zu besuchen. Der Tatbestand "Verstoß gegen das Pornografiegesetz" werde in diesem Fall nicht erfüllt, so die Linzer Staatsanwaltschaft.

Obereder bezeichnete in seiner bei der Bundespolizeidirektion Linz eingebrachten Anzeige die Exponate Harings als "abwegig". In der Empfehlung des Landesschulrates sehe er eine "Werbung" für diese Ausstellung und insofern einen "Verstoß gegen das Pornografiegesetz". Außerdem ersuchte Obereder die Polizei Linz "um Untersagung des Besuches der Ausstellung für Personen unter 16 Jahren".

Empfehlung

Der Präsident des oberösterreichischen Landesschulrates, Fritz Enzenhofer, bestätigte vergangene Woche, dass er in einem Erlass vom 24. Jänner des heurigen Jahres den Besuch der Keith-Haring-Ausstellung empfohlen habe, die Lehrer seien aber auch aufgefordert worden, in diesem Fall eine erhöhte Sensibilität an den Tag zu legen.

Keith Haring, 1990 an Aids verstorbener, international bekannter Künstler hat sich in seinen Werken, die derzeit in der Neuen Galerie in Linz ausgestellt werden, mit den Themen Tod, Gewalt und Sünde sowie auch Macht, Religion und Erlösung auseinander gesetzt. Auch die Sexualität ist immer wieder ein Teil von Harings Bildwelt. (APA)

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