EU-Gipfel im Zeichen scharfer Sicherheitsvorkehrungen

15. März 2002, 16:30
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Hauptthemen: Wirtschafts- und Sozialfragen, Nahost und Simbabwe

Barcelona - Die 15 EU-Staats- und Regierungschefs sind am Freitagvormittag unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen in Barcelona zu ihrem Wirtschafts- und Beschäftigungsgipfel in Barcelona zusammengetreten. Nach der traditionellen Aussprache mit dem Präsidenten des Europaparlaments, Pat Cox, werden sich die EU-Chefs mit den Fortschritten bei den Wirtschafts- und Sozialfragen in den vergangenen zwei Jahren befassen. In Lissabon hatte sich die EU das Ziel gesetzt, bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum der Welt zu werden.

Bei einem Mittagessen mit dem spanischen Königspaar und den Regierungschefs der 13 Kandidatenländer soll erörtert werden, wie diese Länder in den so genannten Lissabon-Prozess eingebunden werden können. Am Freitagnachmittag wird der spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar seine Vorstellungen darlegen, wie die EU Neuimpulse für die geplanten Wirtschafts- und Sozialreformen geben kann.

Liberalisierung von Strom- und Gas als Kernthema

Dabei dürfte auch die stockende Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte zu ausführlichen Diskussionen führen. Frankreich hat bisher Pläne der EU blockiert, den Strom- und Gasmarkt bis 2004 voll für Großkunden zu öffnen und 2005 auch den privaten Haushalten die Möglichkeit der freien Wahl ihrer Energielieferanten zu geben. Frankreichs Europaminister Pierre Moscovici hatte beim Sozialgipfel am Donnerstag in Barcelona angekündigt, Paris werde in dieser Frage "keinen Millimeter" von seiner Position abweichen, wie SPÖ-Parteichef Alfred Gusenbauer anschließend berichtete.

Internationale Fragen wie der Nahost-Konflikt und das Wahlergebnis in Simbabwe werden bei einem Abendessen der EU-Chefs am Freitagabend im Mittelpunkt stehen. Am Donnerstag hatten rund 100.000 Menschen in den Straßen Barcelonas für mehr Arbeitsplätze demonstriert. (APA/AP)

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