Einkaufszentrum nahe Auschwitz-Gedenkstätte

15. März 2002, 07:45
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Projekt neben ehemaligem Konzentrationslager umstritten

Warschau - Ein Gebäude in der Nähe des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz, in dem zunächst eine Diskothek eröffnet werden sollte, darf zu einem Einkaufszentrum umgebaut werden. Das entschied die Regionaldirektion für das Kulturerbe am Donnerstag in der südpolnischen Stadt Krakau, wie die Nachrichtenagentur PAP am Donnerstag berichtete.

Geplante Diskothek abgesagt

Vor zwei Jahren hatten die Behörden von Auschwitz die Genehmigung für den Ausbau zu einer Diskothek in dem Gebäudekomplex erteilt, obwohl in einer dazugehörigen ehemaligen Gerberei während des Zweiten Weltkriegs KZ-Häftlinge Zwangsarbeit geleistet hatten. Nach heftigen Protesten der internationalen jüdischen Gemeinde zogen die Behörden die Genehmigung im vergangenen Jahr zurück.

Handel kein Problem

Der neue Investor bekam den Angaben zufolge die Auflage, das Gebäude in seiner ursprünglichen Form zu erhalten und zur Erinnerung an die Gräueltaten eine Gedenktafel anzubringen. "Auf den ersten Blick scheint die Tatsache, dass in dem Gebäude tagsüber Handel betrieben wird, kein Problem zu sein, aber ich kenne die Details der Pläne noch nicht", kommentierte der Repräsentant der jüdischen Gemeinde Polens, Stanislaw Krajewski, die Entscheidung.

Krajewski ist gleichzeitig Mitglied im Internationalen Rat des Museums Auschwitz. Im Konzentrationslager von Auschwitz wurden zwischen 1942 bis 1945 mindestens 1,5 Millionen Menschen ermordet, unter ihnen mehr als eine Million Juden. (APA/AFP)

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