Frankreich: Produzentin Claudie Ossard "Unternehmerin des Jahres"

15. März 2002, 01:44
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Filmbranche zog große Jahresbilanz

Paris - Claudie Ossard, Produzentin des Kino-Kassenschlagers "Die fabelhafte Welt der Amelie", wird mit dem Veuve-Clicquot-Preis als Frankreichs Unternehmerin des Jahres ausgezeichnet. Wie am Donnerstag in Paris mitgeteilt wurde, entschied sich ein Gremium von 500 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dafür, der 58-Jährigen wegen ihres Unternehmergeistes die vor 30 Jahren erstmals vergebene Auszeichnung zu verleihen. Ossard ist Chefin der Gesellschaft Victoires Productions. Sie machte ihre ersten Erfahrungen als Werbefilmerin. Bekannte Streifen aus ihrem Haus sind "Betty Blue" von Jean-Jacques Beineix und "Arizona Dream" von Emir Kusturica.

Jahresbilanz

Mit insgesamt 204 Streifen und einer Gesamtinvestition von 905,16 Mill. Euro hat die französische Filmproduktion im Vorjahr ein Rekordniveau erreicht. Wie David Kessler, Generaldirektor des "Centre National de la Cinematographie" (CNC) am Mittwoch in Paris erklärte, wurde die Schwelle der 200 Produktionen nur in den 70er Jahren und 1981 überschritten, zumal damals auch die Pornofilme durch öffentliche Gelder unterstützt wurden. Im Jahr 2000 wurden 171 französiche Kinofilme produziert.

Von der Gesamtinvestition stammen 728,73 Mill. Euro (plus 10,4 Prozent in Bezug auf 2000) aus französischen Fonds, hieß es weiter. Der mit Rückzug drohende Pay-TV-Sender Canal Plus (Gruppe Vivendi Universal) investierte 153,11 Mill. Euro in die Filmproduktion, das Satellitenangebot TPS 23,81 Mill. Euro und die gebührenfreien Fernsehsender 99,98 Mill. Euro (davon entfallen 35,81 Mill. Euro auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen France Television).

Der preiswerteste Film - "Le fils" von Jean-Claude Videau - kostete laut CNC 110.000 Euro, der teuerste - "The Pianist" von Roman Polanski - erreichte ein Budget von 38,16 Mill. Euro. Stark zugenommen haben laut CNC die Produktionen mit kleinen Budgets (weniger als 1 Mill. Euro). Das durchschnittliche Budget eines Films betrug im Vorjahr 4,36 Mill. Euro (gegen 4,68 Mill. Euro im Jahr 2000). (APA)

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