Drei Viertel aller neuen Jobs in der EU werden von Frauen besetzt

15. März 2002, 13:56
posten

EU-Kommissarin Anna Diamantopoulou sieht noch immer zuwenig reale Veränderungen

Barcelona - Der Frauenanteil unter den Beschäftigten in der Europäischen Union ist im vergangenen Jahr gewachsen, liegt aber nach Ansicht von EU-Sozialkommissarin Anna Diamantopoulou bei weitem noch nicht hoch genug. "75 Prozent der Arbeitsplätze, die im vergangenen Jahr geschaffen wurden, haben Frauen bekommen", sagte Diamantopoulou am Donnerstag beim EU-Sozialgipfel in Barcelona.

EU-weit waren im September 2001 160,7 Millionen Menschen beschäftigt, rund 2,3 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Drei Viertel dieser neuen Jobs hätten demnach Frauen besetzt. Allein im dritten Quartal 2001 wurden den Angaben zufolge in den 15 EU-Mitgliedsstaaten 1,7 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen, von denen 1,4 Millionen an Frauen vergeben wurden.

Aus- und Weiterbildung weiterhin Knackpunkte

"Aber die Lage ist immer noch inakzeptabel", meinte die für Arbeit und Soziales zuständige Kommissarin. Um die Beschäftigung von Frauen in der Union zu erhöhen, müssten noch Probleme der Aus- und Weiterbildung sowie der sozialen Infrastruktur gelöst werden. So sollten alle Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2010 dafür sorgen, dass für 90 Prozent aller Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren ein Betreuungsplatz zur Verfügung steht.

Der EU-Sozialgipfel, bei dem sich Arbeitgeber und Gewerkschafter mit Vertretern der EU-Kommission und des spanischen EU-Vorsitzes trafen, ging dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der EU in Barcelona voraus. "Die große Herausforderung auf mittlere und lange Sicht wird es sein, das Wirtschaftswachstum in einen Zuwachs der Arbeitsplätze umzuwandeln", sagte der spanische Arbeits- und Sozialminister Juan Carlos Aparicio. Beim EU-Gipfel von Barcelona stehen soziale und wirtschaftliche Veränderungen zentral auf der Tagesordnung.

(apa)

Share if you care.