Jung, männlich, studiert Medizin

14. März 2002, 23:35
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Das ist die "optimale Kombination" für einen erfolgreichen Studienabschluss

Wien - Den größten Studienerfolg haben 18-jährige männliche AHS-Maturanten, die sofort nach der Reifeprüfung mit einem Medizin- oder Pharmaziestudium beginnen. Diesen "Idealstudenten" beschreibt Frank Landler vom Institut für Demographie der Akademie der Wissenschaften in einer Studie über "Einflussfaktoren auf den Studienerfolg".

Bei der Studienpräsentation im Rahmen der Tagung "Studienabbruch" am Donnerstag sagte Landler, diese "optimale Kombination" habe eine Studienerfolgsquote von 80 Prozent. Die durchschnittliche Dropout-Rate liegt bei rund 50 Prozent.

Wintersemester ermöglicht besseren Start

Interessante Details: Studierende, die im Wintersemester beginnen, schließen ihr Studium deutlich häufiger (50,4 Prozent) ab als Sommersemester-Anfänger (29,5 Prozent). Männliche Hörer sind erfolgreicher als Hörerinnen, AHS-Absolventen erfolgreicher als BHS-Schüler. Je früher das Studium begonnen wird, umso mehr besteht die Chance, es erfolgreich abzuschließen. Geschwister beflügeln den Studienerfolg - solange es nicht zu viele sind.

Unterschiede gibt es auch je Studienrichtung und Universität: Am ehesten schließen Medizin- (68 Prozent) und Pharmaziestudenten (61 Prozent) ihre akademische Ausbildung ab, gefolgt von Studierenden der Spezialhochschulen (Montanistik, Bodenkultur, Veterinärmedizin mit rund 58 Prozent) und technischen Fächern (55 Prozent). Im Mittelfeld liegen Germanistik, Naturwissenschaften an Vollunis und Jus mit einer Erfolgsquote zwischen 52 und 54 Prozent. Unter dem Durchschnitt liegen die übrigen philologischen Studienrichtungen, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (43 bis 47 Prozent). Schlusslicht sind historische Fächer (36 Prozent), Dolmetsch (34 Prozent), Grund- und Integrativwissenschaften (30 Prozent). Im Vergleich zwischen ähnlichen Unis schneidet die Uni Innsbruck am besten ab. Günstig liegen auch Salzburg und Graz, während die Studenten der Unis Wien und Linz meist unterdurchschnittlichen Erfolg aufweisen.

(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.03.2002)

Buchtipp:

Studienabbruch
Franz Kolland
Braumüller, 2002

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