Milliardengeschäft Schlepperei

15. März 2002, 09:01
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"Buchen wie im Reisebüro" - Verhafteter Olympiasieger legte Teilgeständnis ab

Wien/Salzburg - Schlepperbanden nehmen bereits mehr Geld ein als Drogenhändler. Der jährliche illegale Umsatz in Europa wird auf fünf Milliarden Euro geschätzt. Burgenlands Sicherheitsdirektor Erhard Aminger erklärte am Donnerstag nach Abschluss der "Aktion Turban", eines in Österreich und Deutschland gleichzeitig geführten Schlages gegen eine Schlepperbande mit etlichen Verhaftungen: Für 7000 bis 14.000 Euro könnten Flüchtlinge "buchen wie im Reisebüro". Es gebe Schleusungen mit Erfolgsgarantie. In Österreich wurden im Vorjahr 48.600 Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung aufgegriffen.

In Wien ermittelt die Polizei wegen Menschenhandels im Rotlichtmilieu. Die in der Ukraine und in Weißrussland angeworbenen Frauen erhielten zwar Visa, dürften aber mit falschen Versprechungen in Bordelle nach Wien, Salzburg und Graz gelockt worden sein. Dem früheren Eiskunstläufer Wolfgang Schwarz wird vorgeworfen, davon profitiert zu haben. Er befindet sich in Haft und hat ein Teilgeständnis abgelegt.

(DER STANDARD, Printausgabe, 15.03.2002)

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