Powell entschlossen im Kampf gegen russisches Geflügel-Embargo

14. März 2002, 22:50
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US-Außenminister will wie im Kalten Krieg kämpfen

Washington - US-Außenminister Colin Powell will das russische Embargo gegen Geflügel aus den USA mit der gleichen Härte bekämpfen wie seinerzeit die Sowjetunion im Kalten Krieg. Laut einem am Donnerstag veröffentlichten Redetext sagte er am Mitwoch vor einer Gruppe Beifall klatschender Hispanoamerikaner: "Ich versichere Ihnen, mit der gleichen Entschlossenheit und Willenskraft, mit der ich vor zwölf Jahren als Soldat gekämpft habe, werden wir den Hühnerkrieg gewinnen".

Vor zwölf Jahren war Powell Generalstabschef der US-Armee. Zwar betonte er, dass sich seitdem die US-Außenpolitik gegenüber Russland verändert habe. "Aber heute geht es um Hühner." Nach Powells Worten könnte das Embargo den US-Farmern hunderte von Millionen Dollar Umsatzeinbußen bescheren. Die USA sind mit rund 40 Prozent Marktanteil Russlands größter Geflügellieferant.

Einfuhrstopp wegen Salmonellen

Moskau hatte seinen Einfuhrstopp am Sonntag mit dem Fund von Salmonellen begründet. Als wahrer Grund wird jedoch eine Reaktion auf die Ankündigung der USA vermutet, hohe Schutzzölle auf Stahleinfuhren zu verhängen. Bush hatte den Streit am Mittwoch als ernste Angelegenheit zwischen den beiden Staaten bezeichnet und Russland aufgefordert, das Embargo aufzuheben. Der russischen Regierung zufolge boykottieren auch die ehemaligen Sowjetrepubliken Moldawien und Kirgisien US-Gefügel. Die Regierungen beider Staaten begründeten dies mit dem Fund von Antibiotika in dem Fleisch. Die Ukraine hatte bereits im November den Import von US-Geflügel vorübergehend ausgesetzt. Am 1. Jänner verhängte die Regierung in Kiew dann ein Embargo. Als Grund wurden gesundheitliche Gefahren durch Substanzen genannt, welche die US-Farmer benutzten.

Die Ankündigung von US-Präsident George W. Bush am 5. März, Schutzzölle zwischen acht und 30 Prozent auf Stahleinfuhren zu verhängen, war weltweit auf massive Kritik gestoßen. Die EU kündigte an, den Streit vor die Welthandelsorganisation (WTO) zu bringen. (APA)

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