Schüler in Neubrandenburg wegen Mordes verurteilt

14. März 2002, 20:51
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Acht Jahre Jugendhaft für 15-Jährigen

Neubrandenburg - Wegen Mordes an Mutter und Halbschwester hat das Landgericht Neubrandenburg einen 15-jährigen Schüler zu acht Jahren Jugendhaft verurteilt.

In der nur eintägigen Verhandlung hatte der Junge aus Treuen im Landkreis Demmin gestanden, am 18. September vergangenen Jahres seine 38-jährige Mutter und seine siebenjährige Halbschwester mit Waffen des Stiefvaters erschossen zu haben.

Als Tatmotiv gab er in dem nicht öffentlichen Prozess Streit um schulische Leistungen an, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Staatsanwaltschaft hatte die Höchststrafe von zehn Jahren beantragt. Das Gericht erkannte auf uneingeschränkte Schuldfähigkeit des zur Tatzeit 14-Jährigen, der seine Opfer mit mehreren gezielten Schüssen getötet hatte. Im Sinne des Strafrechts sei er voll verantwortlich für seine Tat. Bereits unmittelbar nach dem Vorfall war für den Schüler Untersuchungshaft mit psychologischer Betreuung angeordnet worden.

Die Tatwaffen, ein Revolver und eine Pistole, stammen den Angaben zufolge aus dem genehmigten Bestand der Jagdausrüstung des Stiefvaters. Der zur Tatzeit abwesende Hobbyjäger hatte offenbar seinen Waffenschrank nicht ordnungsgemäß gesichert. Gegen ihn läuft deswegen ein Ermittlungsverfahren. (APA/AP)

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