ÖVP Burgenland urgiert Regelung für Tagesmütter

14. März 2002, 18:57
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Bedarf sei steigend, SPÖ kann das nicht erkennen

Eisenstadt - Die ÖVP Burgenland urgiert eine befriedigende gesetzliche Regelung für Tagesmütter. Ein von ihr eingebrachter Entschließungsantrag wurde am Mittwoch in einer Ausschuss-Sitzung erneut vertagt. Das dafür zuständige Regierungsmitglied LR Peter Rezar (S) sagte am Donnerstag, man habe vorgehabt, vorerst die Auswirkungen des neu eingeführten Kindergeldes auszuloten. "Wir wollen bewusst diesen Beobachtungszeitraum wahren, um dann weiter zu verhandeln, ob wir ein eigenes Gesetz schaffen müssen."

SPÖ will warten, ÖVP will handeln

Die SPÖ habe nun schon zum dritten Mal dafür gesorgt, dass es zu keiner Besserstellung für burgenländische Tagesmütter komme, meinte ÖVP-Braunrath. Innerhalb der SozialdemokratInnen scheine es keine Lobby für Tagesmütter zu geben. Die einzige gesetzliche Regelung für Tagesmütter sei derzeit im Jugendwohlfahrtsgesetz enthalten. "Darin wird aber nur auf die Möglichkeit der Betreuung durch Tagesmütter hingewiesen." Der Bedarf steige aber kontinuierlich, eine umfassende gesetzliche Regelung sei unbedingt notwendig, argumentiert Braunrath.

SPÖ sieht zuwenig Kinder, ÖVP will modernes Gesetz

SPÖ-Rezar zeigte sich verwundert über die ÖVP. Sie habe den Vorschlag, in Kindergärten und Kinderbetreuungszentren gemischte Gruppen zu führen, abgelehnt, obwohl kleine Gemeinden mangels ausreichender Kinderzahl keine Kinderkrippe zustandebringen. "Wenn man das ablehnt, muss man den Tagesmüttern ganz breiten Raum geben und sie wahrscheinlich aus der derzeit bestehenden Vereinsstruktur herausholen und auf eine gesetzliche Grundlage stellen."

Gerne wolle Rezar ein modernes Gesetz beschließen. "Ich sage aber gleich dazu, dass das einiges Geld kostet." Man werde im Budget Umschichtungen vornehmen und vielleicht Geld aus dem Gemeinde- oder landwirtschaftlichen Bereich abziehen müssen.

(APA)

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