Theater für Gehörlose und Hörende

14. März 2002, 19:31
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Das dritte Festival von von ARBOS vom 15. bis 23. März

Wien - Gehörlose sind nicht behindert, "wir fühlen uns in erster Linie anderssprachig", sagt Horst Dittrich. Gemeinsam mit Herbert Gantschacher richtet er zum dritten Mal das internationale Gehörlosen- Theaterfestival von ARBOS aus. Die Impulse, welche die Gebärdensprache (nicht linear, sondern dreidimensional) in die Theaterarbeit bringt, weiß dabei der bosnische Dramatiker Dzevad Karahasan zu nützen: In seinem neuesten Stück Schnee und Tod (Uraufführung heute, 20 Uhr) entwickelt er "experimentelle Dialogformen".

Die Stückeschreiber werden beim heurigen Autorentheater-Schwerpunkt großteils in Wien zu Gast sein, darunter Namen wie Margrét Pétursdóttir aus Island, Hubert Bartlomiejski aus Polen oder Jjind-rich Zemánek aus Tschechien. Und: Mit dem Berliner Gehörlosen-Bühnenclub ist erstmals das älteste Gehörlosentheater Europas (seit 120 Jahren) dabei. Dass Minidramen Daniil Charms als "Theaterfallen" in den Stationen der Wiener U-Bahn-Linien "aufgestellt" werden, ist weniger ein Zugeständnis an "Kunst im öffentlichen Raum", vielmehr soll die Gebärdensprache demonstrativ Teil der öffentlichen Kommunikation sein. Veranstaltungen auch in den Bundesländern!
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15. 3. 2002)

Von
Margarethe Affenzeller

Festivalzentrum: Theater des Augenblicks, (01) 479 68 87.
15.-23. 3.,
Eröffnung 18.30

www.arbos.at
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