Pankl rüstet sich für das US-Militär

15. März 2002, 11:54
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Finanzchef Ernst Wustinger will vom Aufrüsten der US-Streitkräfte profitieren

Wien - Die US-Streitkräfte rüsten in gigantischem Maßstab auf, und eine österreichische Hightech-Schmiede rechnet sich große Chancen aus, davon zu profitieren: Das Technologieunternehmen Pankl Racing Systems AG mit Sitz in Bruck/Mur ist jetzt schon im Aerospace-Bereich in den USA vertreten, nun wird umstrukturiert, um die erwartete Auftragsflut einigermaßen bewältigen zu können.

Pankl Aerospace fliegt momentan fünf Mio. EURO und damit rund zehn Prozent vom Gesamtumsatz der Firma ein, bis 2004 soll der Anteil auf 20 Prozent oder 13 bis 14 Mio. EURO hochschnalzen, erläutert Pankl-Finanzvorstand Ernst Wustinger die Strategie im Gespräch mit dem STANDARD.

Vor zwei Jahren übernahmen die Steirer den US-Helikopterspezialisten Clark & Wheeler, seitdem kann Pankl komplette Antriebssysteme liefern - an Rüstungsriesen wie Sikorsky, Agusta oder Boeing. Durch die immensen Beschaffungspläne der Militärs verschieben sich auch die Gewichte bei Pankl Aerospace - bisher herrschte zwischen Militär- und Zivilluftfahrt etwa Parität. Dadurch steckt man aber auch den Nachfrageeinbruch in der Zivilluftfahrt relativ gut weg.

Prognosen revidiert

Pankl musste seine Umsatz-und Ergebnisprognose wegen der anstehenden Großinvestitionen für alle Geschäftsfelder zuletzt zurücknehmen, Wustinger bleibt aber zuversichtlich. Schließlich: "Wir haben seit 1997 ein durchschnittliches Jahresumsatzwachstum von 30 Prozent eingefahren."

Mit der Entwicklung des Diesel-Konverters, einer Art Rußfilter für Nutzfahrzeugmotoren, sei man zwar ein halbes Jahr hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. An der technischen Machbarkeit gebe es aber keine Zweifel mehr, ist Wustinger zuversichtlich. Ein zehnköpfiges Team arbeite rund um die Uhr am Projekt, im Vorjahr wurde rund eine Mio. EURO in die Prototypen-Entwicklung gesteckt, heuer gehe der Betrag wohl in die zwei Mio.

Der Übergang zur dritten Projektphase - Feldversuche auf den Straßen - werde Ende 2002 erfolgen, die Investitionen in Anlagen für die Serienfertigung stünden bis Ende 2003 an. Dabei zeichnet sich ab, dass Pankl an eine weit gehende Eigenfertigung denkt. Diese könne man entweder in Kapfenberg oder an einem neuen Standort abwickeln.

Kerngeschäft

Expansionsfreudig gibt sich Pankl auch im Immer-noch-Kerngeschäft, beim Motorsport - man ist überall dabei, speziell in der Formel 1. An zwei größeren Innovationen arbeitet man derzeit, die die Steirer auch im Motoren- und Getriebebereich vom Teile-zum Systemanbieter machen werden. Da sei noch viel drin, glaubt Wustinger. Nur einen ganzen Motor made by Pankl werde es "leider nicht" geben. (Andreas Stockinger, DER STANDARD, Printausgabe 15.3.2002)

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