Energie AG Oberösterreich jetzt offiziell bei EnergieAllianz

15. März 2002, 15:07
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Vertragsunterzeichnung im Linzer Landhaus

Linz - Die Energie AG (EAG) Oberösterreich ist Freitagnachmittag formell der EnergieAllianz beigetreten, das fixierten die Eigentümervertreter mit der Unterzeichnung der Verträge im Linzer Landhaus. Gleichzeitig ist die EAG damit teilprivatisiert: Ein Käuferkonsortium bestehend aus EVN AG, der Wiener Stadtwerke Holding AG und der Linz AG erwarb die Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie am Grundkapital der EAG. Der Kaufpreis betrug 436,8 Millionen Euro.

In einer Aktionärsvereinbarung zwischen den Käufern und dem Land Oberösterreich wurden wesentliche Punkte der künftigen Zusammenarbeit geregelt. So werden die Käufer mit einem Viertel der Kapitalvertreter im Aufsichtsrat vertreten sein. Um das Ziel einer österreichischen Energielösung zu bekräftigen, werden sowohl die Käufer ihre Beteiligung von 25 Prozent als auch das Land eine Mehrheitsbeteiligung von 50 Prozent minus einer Aktie bis mindestens 2010 behalten.

Sydikatsvertrag

Die EAG wird mit dem Beitritt zur EnergieAllianz in deren beiden Leitgesellschaften - der EnergieAllianz Austria GmbH für die Vertriebsaktivitäten und der e&t Energie Handels GmbH für die Energiebeschaffungs- und Handelsaktivitäten - mit jeweils 17 Prozent Gesellschafterin sein. In einem umfassenden Syndikatsvertrag der EnergieAllianz-Partner - EVN AG, Wien Energie GmbH, Wienstrom GmbH, Wiengas GmbH, EAG Oberösterreich, Linz AG, Linz Strom GmbH, Linz Gas/Wärme GmbH, Bewag, Begas - wurden die Grundsätze der Zusammenarbeit innerhalb der EnergieAllianz in den Bereichen Vertrieb und Energiehandel geregelt. Kraftwerke und Netzbetrieb verbleiben in den jeweiligen Mutterhäusern.

Die Einrichtung eines "Vertriebszentrums West" soll den Standort Linz absichern. Von dort werden die Großkunden in Oberösterreich betreut und die Kundenakquisition in Westösterreich, Süddeutschland und Tschechien übernommen.

Gruber: "Osterweiterung ist historische Chance

EAG-Vorstandsvorsitzender Leopold Windtner betonte, dass nun eine "Phase der Unsicherheit für Unternehmen und Belegschaft" beendet sei und die EAG wieder eine "klare strategische Ausrichtung verfolgen könne". Bewag-Vorstandsdirektor Günter Ofner strich heraus, dass "wir nur mit einem großen Partner im Wettbewerb bestehen können". Für Karl Skyba, Generaldirektor der Wiener Stadtwerke, wurde mit dem Beitritt der EAG zur EnergieAllianz "ein wesentliches Fundament für eine möglichst breite österreichische Lösung" gelegt. Eine solche Lösung sei nun in "greifbare Nähe" gerückt, sagte auch Linz AG-Generaldirektor Max Stockinger.

Die EU-Osterweiterung sei für die EnergieAllianz eine "historische Chance", erklärte EVN-Generaldirektor Rudolf Gruber. Ihre Stärken am europäischen Energiemarkt seien die regionale Verwurzelung und der direkte Kundenzugang. Zudem biete die EnergieAllianz auch nach der Öffnung des Erdgasmarktes im Oktober 2002 eine "solide Grundlage zur Kundenbetreung". (APA)

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