"Fassungslosigkeit" bei ORF On

17. März 2002, 22:35
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... nach Statements des neuen Online-Direktors Ronald Schwärzler - User verwundert

In einem Offenen Brief an den Zentralbetriebsrat des ORF üben Online-Redakteure und -Mitarbeiter des ORF Kritik an ihrem künftigen Chef, Online-Direktor Ronald Schwärzler. Schwärzlers Statements hätten "allgemeine Fassungslosigkeit" ausgelöst, die Betroffenen fordern eine Klarstellung.

Man sei erstaunt "über die offenkundig gewordene Unkenntnis des neuen Direktors über das ihm anvertraute Produkt, empört über die herabwürdigende Einschätzung der Tätigkeit aller Online-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter", heißt es in dem Text.

Auch das Interview das Schwärzler dem STANDARD gab, sorgt für Aufregung. Zur Aussage, wonach "Inhalte zuerst in Radio und TV und dann erst online präsentiert" würden, heißt es im Offenen Brief: "Der ORF hat als einziges Online-Medium Österreichs (unter anderem dank des Nacht-Engagements der Teletext-Redakteure) eine 24-Stunden-Online-Redaktion, die so schnell arbeitet, dass sie von vielen anderen Medien nachweisbar als Agenturersatz genutzt wird. [...] Pro Tag werden (nicht zuletzt auch dank der Online-Redakteure der Landesstudios, im Funkhaus, der Heiligenstädter Lände und der ON-Kernredaktionen) hunderte Storys publiziert, die schon allein aus Platzgründen nie im TV oder Radio erscheinen könnten. Was dabei nachgelagert sein soll, entzieht sich unserer Vorstellungskraft."

Schnelligkeit und Qualität der Arbeit seien "ohne ersichtlichen Grund öffentlich kritisiert und denunziert wurden. Das sind noch nie gehörte Worte aus dem Mund eines ORF-Geschäftsführers gegen die eigenen Leute und damit gegen das Unternehmen. Ohne das eigene Produkt zu kennen, ohne jemals mit Redakteuren und Mitarbeitern gesprochen zu haben, wurde deren Tätigkeit a priori herabgewürdigt."

Verwunderung

Verwunderung auch unter Lesern und Usern haben die Aussagen Schwärzlers im STANDARD-Interview ausgelöst. In Postings unter http://derStandard.at/Etat und Mails wird etwa betont, Internetinformationen seien gemeinhin schneller als Radio und TV. Verkehrsinformationen aufs Handy biete Ö3 längst an. Und Bewegtbild im Internet ("Streaming") habe ORF On mit "Taxi Orange" üppig ausprobiert. (red/DER STANDARD, Print-Ausgabe)

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