"Gefährliche" Runde um den Ringkogel

27. August 2003, 11:39
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Geschichte(n) in der steirisch-burgenländischen Grenzregion

Auf dem Ringkogel nahe dem steirischen Hartberg müssen sich Bösewichte in Acht nehmen, denn dort folgt einer schlechten Tat sofort die Strafe auf dem Fuß. Einst stand auf dem Gipfel des Berges - so weiß die Sage zu berichten - ein Schloss, dessen Besitzer es ganz arg trieben: Sie lästerten Gott, soffen und spielten, und als sie in der Christnacht nackt tanzten, versanken sie samt Schloss und dessen Schätzen im Inneren des Kogels, wo sie immer noch auf ihre Erlösung warten müssen. Auf der nahen Spielstätte stand einst ein übel beleumundetes Wirtshaus, in dem man argen Frevel trieb. Eines Nachts verschwand die Spelunke spurlos.

Bei archäologischen Grabungen auf dem Gipfel des Berges fand man Spuren einer frühzeitlichen Besiedlung und eines Ringwalles - daher der Name - aus der Hallstattzeit. Auch die Römer errichteten einen Wachtposten, da man vom Ringkogel eine hervorragende Fernsicht genießt und er sich deshalb als Beobachtungs- und Wachtstation bestens eignet.

Römische und keltische Spuren sind in der Hartberger Gegend keine Seltenheit, die ausgegrabene "villa rustica" bei Löffelberg und die umliegenden keltischen Hügelgräber sind weit über die Grenzen der Steiermark hinaus bekannt. Offensichtlich sucht man noch heute auf dem Berg nach Schätzen und antiken Gegenständen, sonst gäbe es nicht den Hinweis, dass Grabungsarbeiten verboten seien.

Bereits 1906 hat man auf dem Ringkogel einen Aussichtsturm gebaut, die heutige - leider nur in der Saison an Wochenenden geöffnete - Warte entstand nach dem 2. Weltkrieg an der Stelle eines Vermessungsturmes.

Bei einer Umrundung des Ringkogels sollte man den kleinen Abstecher von der Spielstätte zum Gipfel nicht auslassen, auch wenn die Warte geschlossen ist. Von den vielen freien Flächen am Weg genießt man immer wieder einen schönen Blick in die hügelreiche Oststeiermark sowie zum nahen Burgenland. Der Kreuzstein - ein Felsblock mit drei eingeritzten Kreuzen - markiert die Stelle, bis zu der die Osmanen vordrangen.

Die Route

In Penzendorf, nördlich von Hartberg, wählt man den Rundweg Nummer 2 (blau gekennzeichnet), der in weitem Bogen zur Spielstätte führt, von der man zum Gipfel des Ringkogels mit der Aussichtswarte aufsteigt. Gehzeit etwa eine Stunde. Nun geht es zurück zur Spielstätte, wenige Schritte die Straße aufwärts und dann weiter nach links auf den Kurs 2, der nach Neuberg mit seinem Schloss führt. Ab Ringkogel eine Stunde. Grün markiert ist die weitere Route Nummer 2 (auch als Höhenweg bezeichnet), die in leichtem Bergauf und Bergab vorbei an zwei Buschenschenken zurück zum Ausgangspunkt führt. Gehzeit ab Neuberg eine Stunde.

Gesamtgehzeit 3 Stunden, Höhendifferenz rund 400 m. Zwei Buschenschenken auf der Runde. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 136 (Hartberg). (Der Standard, Printausgabe, Bernd Orfer)

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