So also kam ein falscher Strich ins Picasso-Gemälde

15. März 2002, 15:42
2 Postings

... in Nantes ist es geschehen

Tübingen - Die Herkunft des falschen Strichs auf einem Bild von Pablo Picasso (1881-1973) in der Kunsthalle Tübingen ist geklärt. Das Gemälde sei offenbar vor einem halben Jahr bei einer Ausstellung in Nantes (Frankreich) verunziert worden, sagte am Freitag der Tübinger Museumsdirektor Götz Adriani. Der kaum sichtbare, etwa 15 Millimeter lange Farbstiftstrich sei "nicht sehr gravierend". Ein Restaurator könne den Schaden für einige tausend Euro beseitigen. Der Wert des 195 mal 130 Zentimeter großen Ölbildes "Paar" (1970) betrage einige Millionen Euro. Es zeigt in kräftigen farbigen Konturen einen Musketier mit Degen, eine barbusige Frau und einen Vogel.

Nach Adrianis Darstellung war bis Donnerstag in Tübingen vermutet worden, der Strich sei während der Ausstellung zwischen September 2000 und Juli 2001 im Wiener Kunstforum entstanden. Nun habe aber der Enkel des Künstlers und Leihgeber der Bilder, Bernard Picasso, den Hinweis auf Nantes gegeben. "Das Ganze war also ein Sturm im Wasserglas", kommentierte Adriani den erheblichen Wirbel, den der Strich ausgelöst hatte. Für die selten ausgestellten Bilder veranlasste Bernard Picasso, der Enkel des Künstlers, vor der Schau in Tübingen besondere Sicherheitsvorkehrungen. Kinder mit Malutensilien haben keinen Eintritt. Tübingen zeigt die am 1. Februar eröffnete Ausstellung "Figur und Porträt" mit mehr als 100 Arbeiten bis zum 16. Juni. (APA/dpa)

Share if you care.