Erstmals Frau ohne Vollnarkose sterilisiert

14. März 2002, 15:35
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Französische MedizinerInnen setzten in Eileiter Implantate ein

Nantes - Erstmals ist in Frankreich eine Frau ohne Vollnarkose und chirurgischen Eingriff sterilisiert worden. Wie die Universitätsklinik Nantes am Mittwoch mitteilte, wurde die 40-jährige Patientin im Februar vom Chefgynäkologen Patrice Lopes operiert. Die Frau bekam in beide Eileiter Implantate eingesetzt, die sie dem Medizinprofessor zufolge dauerhaft unfruchtbar machen. Drei Monate lang soll sie noch Verhütungsmittel benutzen, bis der Einsatz wirkt.

Methode dauert eine Viertelstunde

Die aus den USA stammende neue Methode könne innerhalb einer Viertelstunde angewandt werden, betonte Lopes. Ein stationärer Aufenthalt sei nicht mehr erforderlich; Patientinnen dürften das Krankenhaus am gleichen Tag wieder verlassen. Nach seinen Angaben könnte die Technik in fünf Jahren allgemein eingesetzt werden. Die so genannte Eileiter-Ligatur, die bisher gängige Technik, erfordert eine Vollnarkose und einen zweitägigen Krankenhaus-Aufenthalt.

Über 650 Frauen bereits Imlantat behandelt

Angaben des US-Labors zufolge, welches das neue Mittel entwickelt hat, wurden bereits mehr als 650 Frauen vor allem in Australien mit dem Implantat behandelt. In keinem einzigen Fall kam es zu einer ungewollten Schwangerschaft. Lopes räumte ein, er wisse nicht, welche Folgen eine solche Schwangerschaft in den ersten drei Monaten nach dem Einsatz des Implantats haben könnte.

In Frankreich wurden 1999 rund 26.000 Frauen sterilisiert. Für Männer war der Eingriff dagegen bei strenger Auslegung der noch aus der Zeit Napoleons stammenden Gesetze bis Mitte vergangenen Jahres unzulässig. Ein neues Gesetz ermöglicht seit Juli 2001 aber allen erwachsenen Männern und Frauen eine Sterilisierung. Sie müssen allerdings vier Monate Wartefrist zwischen Antrag und Eingriff in Kauf nehmen. (APA)

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