"Rinderwahnsinn: Wahn oder Sinn?"

14. März 2002, 17:44
posten

BSE-Risiko sei in Österreich gering - aber nicht bei Null - so die Expertenmeinung

Salzburg - "Unser lokales BSE-Risiko ist vergleichsweise gering, aber es liegt auch nicht bei Null." Das erklärte der Wiener Neurologe Herbert Budka anlässlich eines Vortrags im Rahmen der "Woche des Gehirns" am Donnerstag in Salzburg.

"Der BSE-Fall vom Dezember muss nicht der einzige in Österreich bleiben." Er halte das aber für keine Katastrophe, wenn die Fälle nicht unter den Tisch gekehrt und die Schutzmaßnahmen eingehalten würden, meinte Budka.

Tests auf keinen Fall reduzieren

Der Neurologe warnt davor, die Tests der Rinder auf BSE in Österreich zu reduzieren. Man dürfe dem diesbezüglichen Druck der Finanzlandesreferenten nicht nachgeben, sagte Budka. Bei den Tests handle es sich nicht um "eine primäre Maßnahme des Konsumentenschutzes".

Die sorgfältige Entfernung des Risikomaterials sei viel wichtiger als die "scheinbare Sicherheit", die durch die Tests entstehe. Die Tests würden Aufschluss über die epidemiologische Situation geben. Sie als "Maßnahme des Konsumentenschutzes" darzustellen, wäre aber falsch.

Behandlung bei Creutzfeldt-Jakob

Ein "Wundermittel" zur Behandlung der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gebe es derzeit nicht, stellte Budka klar. Wenig Freunde hat Budka mit der vorschnellen Übertragung von Forschungsergebnissen an Zellkulturen auf den Menschen. So habe es Tests an Zellkulturen gegeben, bei denen mit Medikamenten die Infektiosität unterbunden werden konnte. Die Ergebnisse mit Zellkulturen heranzuziehen und dann Menschen zu behandeln, halte er für nicht richtig. Er sei "nicht glücklich" darüber, sagte er. Er habe aber auch Verständnis, dass die Angehörigen von erkrankten Menschen Druck machten und sich an jeden Strohhalm klammerten.

Im Rahmen der "Woche des Gehirns" in Salzburg fand nicht nur der Vortrag Budkas zum Thema "Rinderwahnsinn: Wahn oder Sinn?" statt. Im Zentrum standen Referate und Diskussionen von Salzburger Wissenschaftern an Schulen. Mit dem Angebot "Rent a Scientist" sei man an den Schulen auf großes Interesse gestoßen, berichtete Univ.-Prof. Anton Hermann vom Institut für Zoologie. (APA)

Share if you care.