Das dichtest erschlossene Berggebiet der Welt

15. März 2002, 21:40
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WWF-Kampagne zum Schutz der Alpen: "Naturzerstörung erhält eine europäische Dimension"

Wien - "Reichtum Alpen - Gemeinsam sichern!" - unter diesem Titel läuft eine Kampagne des WWF, die am Donnerstag in Wien präsentiert wurde. "Zahllose neue Erschließungsprojekte gefährden die letzten unberührten alpinen Naturräume Österreichs", meinte Günther Lutschinger, Geschäftsführer des WWF Österreich.

"In Mitteleuropa gibt es fast keine Wildnisgebiete mehr, dadurch erhält diese Naturzerstörung eine europäische Dimension", sagte Lutschinger. Nur noch drei bis sechs Prozent der gesamten österreichischen Alpen sind unberührte Naturgebiete, so der WWF. Diese sind oft der letzte Rückzugsort für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. "Und nicht zuletzt bieten diese wilden Alpen einzigartige Naturerlebnisse für uns Menschen", so Lutschinger.

Dichtest erschlossenes Berggebiet der Welt

Die Alpen sind das dichtest erschlossene Berggebiet der Welt. Die österreichischen wiederum die am meisten verbauten. Mit den hier befindlichen Aufstiegshilfen (Skilifte, Seilbahnen etc.) können dem WWF zufolge innerhalb einer Stunde 2,7 Millionen Menschen auf die Berge gebracht werden. Die Gesamtlänge der Schiabfahrten (6.636 km) reicht für eine "Atlantiküberquerung" aus. "Ende 2001 wurde der gesetzliche Gletscherschutz in Tirol aufgeweicht. Neue Skigebiete befinden sich in Planung und sollen teilweise schon heuer verwirklicht werden", kritisierte der WWF.

"Wir wollen langfristig den Schutz der letzten alpinen Naturjuwele durch die Ausweisung von Wildnisgebieten, so genannten wilderness areas nach IUCN 1b-Kriterien erwirken", sagte Lutschinger. Dieser Schutzstatus bedeutet nicht den Ausschluss des Menschen aus diesen einzigartigen Lebensräumen, wohl aber den Stopp der technischen Erschliessung. "Nur wenn diese letzten Gebiete vor weiterer Zerstörung gesichert sind, kann der Reichtum Alpen für die Österreicher und nachfolgende Generationen bewahrt bleiben", so Gerald Steindlegger, Leiter der WWF-Alpenkampagne. (APA)

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