Zwiespältige Reaktionen auf Abkommen

14. März 2002, 15:08
posten

Sozialisten sprechen vom "schändlichsten Datum in der Geschichte des serbischen Volkes"

Belgrad - Das heute unterzeichnete Rahmenabkommen über die Umbildung Jugoslawiens hat in Belgrad und Podgorica unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Unzufriedenheit und Zurückhaltung ist in beiden jugoslawischen Republiken zu merken. Für die Sozialistische Partei Serbiens handelt es sich gar um das "schändlichste Datum in der Geschichte des serbischen Volkes".

Man sei in einem Staat schlafen gegangen und in einem anderen aufgewacht, kommentierte der sozialistische Parteisprecher Branko Ruzic die Einigung. Für die Sozialisten und die JUL-Partei dürfte die Abänderung des Staatsnamens von Jugoslawien in "Serbien und Montenegro" besonders schmerzlich sein.

In der Belgrader Expertengruppe "G-17plus", zu der sowohl der jugoslawische Vizeministerpräsident Miroljub Labus wie auch Notenbankpräsident Mladjan Dinkic gehören, macht sich die Zurückhaltung bemerkbar. Der Leiter der Expertengruppe, Predrag Markovic, befürchtet gar, dass das Abkommen unter ausländischen Investoren für Panik sorgen könnte.

Der montenegrinische Liberale Bund, ein Bündnispartner der regierenden Demokratenpartei der Sozialisten von Präsident Milo Djkukanovic, wollte zunächst das Rahmenabkommen nicht kommentieren. Der Parteichef Miodrag Zivkovic hat die Einladung Djukanovics zu einem Gespräch noch im Laufe des Tages allerdings zurückgewiesen. Der Liberale Bund ist eine der kleineren Parteien Montenegros, die sich von der Gründung vor rund zehn Jahren für die Unabhängigkeit der kleinen Republik einsetzt.(APA)

Share if you care.