Nach Betrug: AIB feuert Manager

14. März 2002, 19:59
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Größte irische Bank zieht nach 750 Millionen Dollar-Betrug durch Devisenhändler Konsequenzen

Dublin/London - Die größte irische Bank Allied Irish Bank (AIB) hat bei ihrer US-Tochter Allfirst sechs Manager gefeuert, nachdem das Finanzinstitut dort von einem Devisenhändler um 750 Millionen Dollar (862 Mill. Euro) betrogen worden war. Zu den Entlassenen gehören nach Angaben der Bank vom Donnerstag der Finanzchef, drei andere Spitzenmanager und zwei Vertreter des mittleren Managements.

Allfirsts Aufsichtsratsvorsitzender Frank Bramble wird im Juni vorzeitig in den Ruhestand gehen, auch wenn er, wie AIB betonte, nichts von der Affäre gewusst habe. Die Vorstandsvorsitzende Susan Keating bleibt.

"Minimum an Konsequenzen"

Der Aktienkurs der AIB sank nach der Bekanntgabe dieser Entscheidungen. Analysten äußerten sich kritisch. Piers Brown von der Commerzbank sagte der BBC, AIB habe sich auf das "absolut notwendige Minimum" an personellen Konsequenzen beschränkt. Die Entlassungen folgten auf den Abschluss eines Untersuchungsberichts, der der Bank auch einige strukturelle Reformen empfahl, die nun in die Tat umgesetzt werden sollen.

In Nick Leesons Fußstapfen

Der Betrug war zwölf Monate lang unbemerkt geblieben. Der Devisenhändler John Rusnak hatte fiktive Devisenoptionen benutzt, um Verluste zu verheimlichen, die er bei tatsächlichen Transaktionen gemacht hatte.

Es ist der größte Betrug bei einer europäischen Bank, seit der Börsenmakler Nick Leeson 1995 durch gewagte Spekulationen den Zusammenbruch der britischen Baring-Bank verschuldet hatte. (APA/dpa)

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