Kosovo-Kontingent probt Einsatz

14. März 2002, 13:50
posten

Übungen in der Südsteiermark sollen neues KFOR-Korps auf Mission nahe Prizren vorbereiten

Graz - Das sechste österreichische Kontingent für die Kosovo-Friedenstruppe KFOR steht derzeit in Strass in der Südsteiermark in Ausbildung, die Verlegung in den Einsatzraum nördlich von Prizren erfolgt in der Osterwoche, wie das Militärkommando Steiermark am Donnerstag mitteilte. In die Ausbildung des 464 Soldaten umfassenden Infanteriebataillons fließen laufend "die Situationen ein, die direkt aus dem Kosovo durchgegeben werden", wie Presseoffizier Major Gerhard Schweiger erklärte. Beim so genannten "Force Integration Training" sind bereits einige der 120 Schweizer Soldaten dabei, die im Kontingent integriert sind.

Das mit Mannschaftstransportpanzern vom Typ "Pandur" ausgestattete Bataillon, das im Camp Casablanca in Suva Reka stationiert ist, umfasst 464 Soldaten, von denen die meisten aus der Steiermark (138) sowie aus Kärnten (105) kommen. 186 Soldaten kommen aus dem Milizstand. Das gesamte Kontingent (AUCON/KFOR 6), das auch Stabselemente in verschiedenen Ebenen der KFOR umfasst, hat eine Stärke von 511 Soldaten. Diese teilen sich auf die Steiermark (147), Kärnten (111), Niederösterreich (90), Oberösterreich (53) sowie Salzburg (23) und das Burgenland (24) auf. Dazu kommen noch 38 Bundesheerangehörige aus Wien sowie 21 aus Tirol und vier aus Vorarlberg.

In der Ausbildung, die in den kommenden Wochen auch am Truppenübungsplatz Bruck/Neudorf in Niederösterreich stattfinden wird, wird sowohl Grundsätzliches wie der Betrieb von Checkpoints als auch das Stellen und Festnehmen von Schmugglern geübt, wie Schweiger gegenüber der APA erklärte: "Kommen aus dem Einsatzraum die Erkenntnisse, dass die Schmuggler neue Vorgangsweisen anwenden, reagieren wir in der Ausbildung unmittelbar darauf. Allerdings herrsche seit dem erfolgreichen Einsatz der Österreicher im Südenwesten des Sektors der deutschen multinationalen Brigade Ruhe. Eine weitere Aufgabe für das österreichische Kosovo-Kontingent ist die Bereitstellung einer gepanzerten Kompanie mit rund 110 Soldaten als "disponierbare Reserve" der deutschen Brigade, der die Österreicher unterstellt sind.

Das Bataillon in Suva Reka erhält auch einen neuen Kommandanten: Major Franz Langthaler vom Panzerartilleriebataillon 3 aus dem niederösterreichischen Allentsteig löst den bisherigen Chef der Österreicher, Oberstleutnant Emmerich Bauer vom Panzergrenadierbataillon 13 aus Ried in Oberösterreich ab.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein österreichischer Soldat probt im Kosovo den Einsatz - in diesem Fall am Ball.

Share if you care.