78 Prozent der österreichischen Schüler durch Lehrer "massiv gekränkt"

14. März 2002, 13:19
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Studie über "Machtmissbrauch von Lehrern in Österreich": Bloßstellungen, Denunziationen und Beschimpfungen

Wien - Österreichs Schüler leiden massiv unter dem Verhalten ihrer Lehrer - das belegt eine repräsentative Studie mit dem Titel "Machtmissbrauch von Lehrern in Österreich" der Universität Salzburg. Wie das Nachrichtenmagazin "Format" in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, wurden 78 Prozent aller österreichischen Schüler im Unterricht mindestens einmal massiv von Lehrern gekränkt. Die Bandbreite reiche von Bloßstellen über Denunzieren und Verächtlichmachen bis hin zu Beschimpfungen.

Befragungen

Von den Salzburger Erziehungswissenschafter wurden 915 frischgebackene Studenten aus allen Bundesländern unmittelbar nach Abschluss ihrer Schullaufbahn zu ihren persönlichen Kränkungserlebnissen an Volks-, Haupt- oder Mittelschulen. Fälle von psychischer Gewalt sind demnach keine Einzelfälle: Mehr als 52 Prozent aller pubertierenden Kränkungsopfer wurden öfter als einmal verbal verletzt, 73 Prozent öfter als zwei Mal pro Monat, 14 Prozent sogar mehrmals pro Woche. 81 Prozent aller Opfer taxieren den Grad der erlittenen Kränkungen als 'mittel', 'sehr schwer' oder 'äußerst schwer', 61 Prozent bedrückten die Kränkungen auf dem Weg zur Reifeprüfung sogar noch nach Beendigung der Schullaufbahn.

Resümee der Studienautoren: "Die Strickmuster der offenen oder versteckten Angriffe von Lehrern entsprechen exakt jenen Verhaltensweisen, die in der Arbeitswelt unter dem Schlagwort Mobbing bekannt sind." Die Reaktion der österreichischen Lehrer sei überraschend: In einer Umfrage unter 340 Lehrern aller Schultypen halten 61 Prozent aller Pädagogen das von den Schülern angeprangerte Lehrerverhalten für "unannehmbar" oder "sogar völlig unannehmbar". (APA)

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