Neue Proteste gegen Gratiszeitungen in Frankreich

14. März 2002, 13:08
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Gewerkschafter schmeißen 200.000 Exemplare der "Metro" auf die Straße

Gegen die in Frankreich verteilten Gratiszeitungen gibt es weiter erhebliche Proteste. Ein Gewerkschaftskommando schüttete am Donnerstag eine Ladung mit 200.000 Exemplaren der kostenlosen Tageszeitung "Metro" auf eine der Pariser Hauptverkehrsstraßen. Der Asphalt war auf einer kilometerlangen Strecke mit Zeitungen bedeckt. Ein Sprecher der kommunistischen Gewerkschaft Livre CGT sagte, die Blätter seien in den vergangenen Tagen von Lastwagen des schwedischen Herausgebers Metro International geholt worden.

Gewerkschaften und etablierte Zeitungsmacher in Frankreich sehen durch die Gratiszeitungen die Pressefreiheit gefährdet und halten sie für wettbewerbswidrig. Die Gewerkschaften fürchten zudem um ihre starke Stellung im Druck und Vertrieb. "Metro" wird ausschließlich durch Werbe-Einnahmen finanziert. Das Blatt erschien erstmals Mitte Februar in Frankreich.

Auf den französischen Markt drängt auch der norwegische Schibsted-Verlag mit der Gratiszeitung "Vingt Minutes Paris" (20 Minuten Paris). Durch sein Projekt "20 Minuten Köln" hatte Schibstedt Ende 1999 den "Kölner Zeitungskrieg" mit den deutschen Verlagen DuMont Schauberg und Axel Springer entfacht. Die Auseinandersetzung ging im vergangenen Sommer mit Millionenverlusten auf allen Seiten und dem Einstellen jeglicher Gratisblätter zu Ende. (APA)

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