Kuntzl kritisiert Haider-Werbung für deutsche Partei

14. März 2002, 15:09
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SPÖ-Bundesgeschäftsführerin fordert Stellungnahme von Riess-Passer

Wien - SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl hat am Donnerstag kritisiert, dass der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) "aktive Wahlhilfe für die rechtsextreme Freiheitliche Deutsche Volkspartei (FDVP) leistet". Die FDVP werbe in Sachsen-Anhalt mit Plakaten, auf denen Haider mit der FDVP-Spitzenkandidatin zu sehen sei. "Haider tut was er kann, um sein internationales Negativimage zu pflegen. Dass er damit immer auch dem Ansehen Österreichs schadet, scheint ihm egal zu sein", so Kuntzl in einer Aussendung.

Kuntzl fordert von FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer eine Stellungnahme. Die Vizekanzlerin soll klarstellen, ob es tatsächlich das Ziel ihrer Partei sei, die Zusammenarbeit mit der FDVP auf allen Ebenen zu intensivieren, wie das von den FDVP behauptet werde.

Sollte es stimmen, dass das Plakat ohne Haiders Wissen entstanden ist, soll die FPÖ rechtliche Schritte einleiten und dafür sorgen, dass die Plakate verschwinden, so Kuntzl.

Keine Kooperation Haiders mit rechtsradikaler FDVP in Sachsen-Anhalt

Für den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) gibt es keine Zusammenarbeit mit der rechtsextremen Freiheitlichen Deutschen Volkspartei (FDVP). "Die Propaganda, welche die FDVP im Wahlkampf von Sachsen-Anhalt mit dem Landeshauptmann macht, wurde von uns nicht genehmigt", betonte Haiders Sprecher Karlheinz Petritz am Donnerstag. Das Wahlkampfplakat, das die FDVP-Bundesvorsitzende Claudia Wiechmann in Haiders Arm zeigt, sei nicht autorisiert.

"Das Foto ist im Vorjahr auf der Rieder Messe entstanden", sagte Petritz. "Solche Bilder werden von hunderten Menschen gemacht. Da kann man sich schwer dagegen wehren." Auf die Frage, ob der Landeshauptmann rechtliche Schritte setzen werde, sagte sein Sprecher: "Bis wir da etwas durchgesetzt haben, ist der Wahlkampf zu Ende."

Wiechmann hatte vergangenen Samstag beim Wahlkampfauftakt ihrer Partei in Sachsen-Anhalt erklärte, es gebe eine "beratende und eine moralische" Unterstützung seitens der FPÖ. Die Freiheitliche Deutsche Volkspartei hat nach Angaben Wiechmanns in Sachsen-Anhalt 470 Mitglieder, bundesweit sind es etwa 550. (APA)

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