Elektro-Dealer liefern sich Preiskampf

17. März 2002, 20:42
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Empfohlener Verkaufspreis von 479 Euro wird deutlich unterboten

Vier Monate nach dem Start in den USA hat Microsoft seine Spielekonsole XBox auch in Europa auf den Markt gebracht. Die zur Metro-Gruppe gehörenden Elektronikmärkte Saturn und MediaMarkt bieten den Spielecomputer für 399 Euro - und damit vom Start weg um 80 Euro unter dem empfohlenen Verkaufspreis - an, und bewirbt den Preis seit gestern in Werbesports im Fernsehen und in ganzseitigen Anzeigen in Tageszeitungen. Konkurrent Cosmos-Köck unterbietet diesen Preis sogar und verkauft die Konsolen zum Kampfpreis von 389 Euro.

Listenpreis von 479 Euro

Der empfohlene Verkaufspreis der XBox von 479 Euro liegt nach Angaben des deutschen Microsoft-Chefs Kurt Sibold bereits unter dem Herstellungswert. Den Verlust aus der Subvention der Konsolen will Microsoft jedoch durch die Einnahmen mit XBox-Spielen ausgleichen. In den USA ist die XBox für umgerechnet 225 Euro zu haben, in Japan kostet die Konsole umgerechnet 300 Euro.

Unter dem Einkaufspreis

Der Abgabepreis von 399 Euro liegt nach Einschätzungen von Branchenbeobachtern unter dem Einkaufspreis. Deshalb deckten sich bei manchen Saturn-Märkten auch kleine Händler mit der Konsole ein. Doch auch beim empfohlenen Abgabepreis von 479 Euro bleibt den Elektrohändlern nicht viel übrig, wie bereits im Vorfeld des Verkaufsstarts hinter vorgehaltener Hand erzählt wurde. Üblicherweise müssen in dieser Branche kleiner Händler auf die Preisvorgaben des Marktführers reagieren und mitziehen.

Ärgerlich

Für Microsoft ist der schnelle Preissturz in Europa zwar ärgerlich, letztlich wird er aber zu verkraften sein.

Denn mit der XBox geht es Microsoft nicht nur darum, sich angesichts der Flaute auf dem PC-Markt ein neues Standbein zu schaffen; der Software-Riese eröffnet damit auch den Kampf um die Wohnzimmer, in denen künftig Internet, Fernsehen und Unterhaltungselektronik verschmelzen sollen. Tatsächlich hat die XBox als einzige Konsole schon alle Komponenten eingebaut, um auch an einen Hochgeschwindigkeitszugang ins Internet angeschlossen zu werden. Dort sollen künftig von Microsoft und seinen Partnern bereit gestellte Software und Filme auf die Kunden warten - gegen Gebühr, versteht sich.(APA/red)

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