Andersen: "Planen keinen Konkurs"

15. März 2002, 18:55
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US-Wirtschaftsprüfer vor Gericht - Österreichischer Ableger dementiert ebenfalls Berichte über eine drohende Insolvenz

Washington/Wien - Die US-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Andersen hat nach der Anklageerhebung im Zusammenhang mit dem Enron-Debakel einen Konkurs zur Sanierung ausgeschlossen.

Andersen wird beschuldigt, wichtige Unterlagen nach dem Zusammenbruch des US-Energiehändlers Enron vernichtet zu haben. Als falsch hat die österreichische Andersen-Gruppe Berichte zurückgewiesen, wonach das Unternehmen in Österreich vor der Pleite stehe. Die zur Andersen-Gruppe gehörende Beraterfirma Arthur Andersen Business Consulting, die die österreichische Bundesregierung bei der Verwaltungsreform und Budgeteinsparung beraten hat, sei in "keinerlei wirtschaftlichen Schwierigkeiten", betonte Andersen Wien in einer Mitteilung. Und: Der wegen der Enron-Insolvenz angeklagte US-Wirtschaftsprüfer Andersen habe mit der im Eigentum von österreichischen Partnern stehenden österreichischen Andersen-Gruppe keinerlei gesellschaftsrechtliche Verbindungen.

"Rasche Einstellung"

In den USA streben die Anwälte von Andersen unternahmensnahen Angaben zufolge eine rasche Einstellung des Verfahrens an. Einen Konkurs zur Restrukturierung des Geschäfts plant das 88 Jahre alte Unternehmen hingegen nicht. "Wir gehen mit unserem Geschäft in den USA positiv voran", sagte Firmensprecher Charly Leonard. Die ehemaligen Buchprüfer des bankrotten US-Energiehändlers müssen sich erstmals am kommenden Mittwoch vor Gericht verantworten, nachdem ein US-Bundesgericht in Houston/Texas am Donnerstagabend Anklage wegen der Vernichtung von Beweismaterial und Behinderung der Justiz erhoben hat.

Das US-Justizministerium hatte Andersen im Zusammenhang mit der größten Unternehmenspleite in den USA zuvor eine Frist für ein Schuldeingeständnis gesetzt, das die Firma jedoch abgelehnt hatte. Andersen, bis Jänner Buchprüfer von Enron, bezeichnete die Anklage als "groben Missbrauch von Regierungsmacht" und wies die Anschuldigung zurück. (APA, DER STANDARD, Printausgabe 16.3.2002)

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