USA wollen Zölle auf Japans Stahlimporte verschieben

15. März 2002, 14:32
posten

In Japan sieht man Chancen für Wandel der US-Position

Tokio - Washington will nach Angaben der japanischen Regierung die geplanten Schutzzölle auf Stahlimporte aus Japan um 15 Tage verschieben. Damit sei die Tür offen für einen möglichen Wandel der US-Position, sagte ein japanischer Handelsbeauftragter am Freitag. Ursprünglich sollten die Schutzzölle am 20. März in Kraft treten.

Die Gründe für den Aufschub seien nicht klar, hieß es aus dem Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie in Tokio. Unklar sei auch, ob die Zölle für die Zwei-Wochen-Frist bis zum 4. April dennoch zwar eingehoben, jedoch erst später eingezogen werden sollten.

Überprüfung

"Wir sind nicht sicher, was es bedeutet, aber zumindest wird die Maßnahme um 15 Tage aufgeschoben. Währenddessen dürften die USA eine Überprüfung vornehmen", sagte der Ministerialvertreter, der nicht genannt werden wollte.

US-Präsident George W. Bush hatte Anfang des Monats zum Schutz der heimischen Produzenten Strafzölle von bis zu 30 Prozent auf Stahlimporte aus Asien, Europa und Lateinamerika verhängt. Am kommenden Dienstag will die Europäische Union (EU) mit den USA im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) über die Handelsbarrieren verhandeln. Dann kommen in Toledo die WTO-Handelsminister zusammen, darunter auch Österreichs Wirtschaftsminister Martin Bartenstein.

Auch China fordert Verhandlungen

Nach Japan und der EU hat auch China Gespräche mit den USA über die Schutzzölle auf Stahlimporte verlangt. Sollten die Verhandlungen scheitern, werde China seine erste Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) vorbringen, teilte eine Sprecherin des Außenhandelsministeriums am Freitag in Peking mit. Am Dienstag will die Europäische Union (EU) mit den USA im Rahmen der WTO über die Zölle verhandeln.

Die US-Zölle widersprechen nach Ansicht der chinesischen Regierung den Regeln der WTO, der China am 11. November 2001 beigetreten ist. "Wir wollen jetzt Konsultationen. Aber meines Wissens werden wir nur dann eine Beschwerde einreichen, wenn beide Seiten keine Einigung erzielen", sagte die chinesische Ministerialsprecherin. (APA/Reuters)

Share if you care.